Abriss des einstigen Eisenacher Hotels „Fürstenhof“ naht

Eisenach  Planungsstand im Bauausschuss vorgestellt. Zweites Gutachten soll klären, ob weiterer Teil-Erhalt möglich ist

Das „Fürstenhof“-Ensemble prägt den Anblick eines ganzen Viertels. Die Gebäudezeile soll deshalb möglichst erhalten bleiben. Für die rechte Hälfte ist dies unstrittig. Für den Teil ganz links, den die Stadt erhalten und der Besitzerabreißen möchte, wird ein weiteres Gutachten erstellt. Der etwas niedrigere Bau dazwischen ist hingegen so marode, dass er ebenfalls fallen wird. Foto: Sascha Willms

Das „Fürstenhof“-Ensemble prägt den Anblick eines ganzen Viertels. Die Gebäudezeile soll deshalb möglichst erhalten bleiben. Für die rechte Hälfte ist dies unstrittig. Für den Teil ganz links, den die Stadt erhalten und der Besitzerabreißen möchte, wird ein weiteres Gutachten erstellt. Der etwas niedrigere Bau dazwischen ist hingegen so marode, dass er ebenfalls fallen wird. Foto: Sascha Willms

Foto: zgt

Der Abriss von großen Teilen des ehemaligen Hotels „Fürstenhof“ rückt näher. Wie Stadtplaner Andreas Diedrich im Bauausschuss erläuterte, werde im Moment nur noch über die Zukunft eines Gebäudeteils diskutiert. Erhalten werden müsse vor allem die stadtbildprägende Zeile, die von der Wartburg her sichtbar ist. Sie besteht aus vier villenartigen, zusammengefügten Teilen.

Die beiden Bauteile rechts sollen stehen bleiben. Der Teil daneben darf abgerissen werden. Hier seien die Decken ohnehin schon eingestürzt. Der Bau ganz links – früher Eingang zum Saal – soll nach dem Willen des Besitzers ebenso fallen. Die Stadt sieht dies anders und will über ein weiteres Gutachten klären lassen, ob dieser Bau erhalten werden kann und muss.

Beim ehemaligen Casino an der Waisenstraße darf das oberste Geschoss entfernt werden, sagte Diedrich. Sämtliche Gebäude hinter der Hauptzeile könnten nur noch abgerissen werden, auch der Saal, mit dem viele Eisenacher Erinnerungen verbinden.

Im April hatte sich der Bauausschuss mit dem Besitzer Thomas Cannon auf dem Areal umgesehen. Cannon legte ein umfangreiches Gutachten vor, das bestätigte, dass der Bau nahezu komplett abrissreif sei. Weil das einstige Hotel aber so prägend für das ganze Viertel ist, strebten Bürgermeister Andreas Ludwig und der Stadtrat eine andere Lösung an: Das Fürstenhof-Areal wird, so der Beschluss, in das Stadtumbaugebiet „Innenstadt-Georgenvorstadt“ aufgenommen. Damit könnten Fördermittel für die Sicherung des Gebäudes fließen, ähnlich wie bei der „Sonne“ oder der alten Berufsschule am Schwarzen Brunnen.

Gutachten könnte im September vorliegen

Inzwischen werde nur noch über den einen Gebäudeteil ganz links verhandelt, sage Andreas Diedrich. Die Stadt habe neben dem Gutachten des Investors „eine zweite Meinung einholen wollen“, ob der Bau nicht doch noch erhalten werden könne.

Im September werde das Gutachten dann dem Bauausschuss vorgestellt. Erst dann werde man endgültig über den strittigen Abriss befinden.

Besitzer Thomas Cannon plant nach eigenen Angaben Wohnungen auf dem Gelände. Neben den verbleibenden Gebäudeteilen will er dazu auch vier Stadtvillen neu bauen. Bis zu 60 Wohnungen könnten so entstehen.