Ältestes deutsches Völkerschlachtdenkmal in Heiligenstadt wieder eingeweiht

Heiligenstadt (Eichsfeld). Das mit 200 Jahren älteste deutsche Völkerschlachtdenkmal im Heiligenstädter Kurpark ist am Samstag nach Abschluss seiner Sanierung zwar nicht mit kirchlichem Segen, aber mit einer würdevollen Feier neu eingeweiht worden.

Das älteste deutsche Völkerschlachtdenkmal in Heiligenstadt wurde am Samstag nach seiner Sanierung wieder eingeweiht. Foto: Jürgen Backhaus

Das älteste deutsche Völkerschlachtdenkmal in Heiligenstadt wurde am Samstag nach seiner Sanierung wieder eingeweiht. Foto: Jürgen Backhaus

Foto: zgt

„Wir haben ein bisschen was dran gemacht“, berichtete Bürgermeister Thomas Spielmann (BI), dass der neogotische Obelisk von der Form eines Türmchens an gotischen Kirchen eine Steinsanierung erfahren und mit Armierungen stabilisiert wurde. Das sei geschehen, „damit dieses Denkmal noch mal 200 Jahre alt werden kann“, zunächst aber erst einmal mehr „ins Licht“ beziehungsweise ins Bewusstsein der Menschen gerückt werde. Zahlreiche Sponsoren hätten dies ermöglicht, mit einer geringer als beantragt bewilligten Summe auch die Denkmalbehörde des Landkreises.

In einem kurzen Vortrag berichtete Torsten W. Müller, Leiter des Eichsfelder Heimatmuseums, über die Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhunderts und erinnerte daran, dass während der französischen Herrschaft Heiligenstadt die Hauptstadt des Harzdepartements gewesen war. Dieses Denkmal, auf dem kein General und kein König genannt werde und das besonders den vielen bei Leipzig gefallenen Eichsfeldern gewidmet sei, stehe am Anfang des modernen Gefallenengedenkens in Deutschland. „Wir haben hier den Prototypen des Kriegerdenkmals, auf den wir stolz sein können“, so Müller.

Dieses neogotische, bauplastisch hochwertige Denkmal, mit dem Material Sandstein auf Dauerhaftigkeit angelegt, fixiere einen Moment der Geschichte, sagte Anne Hey, die Leiterin des Heiligenstädter Stadtarchives. Und in seiner Bedeutung überlagerten sich die Befreiung, die tragischen Kämpfe und die Dankbarkeit gegenüber Gott. Dieses Denkmal sei sowohl ein Siegeszeichen als auch ein Totendenkmal sowie ein Krieger-, Ehren- und Mahnmal, obwohl es nicht direkt am Ort des Kriegsgeschehens stehe. Es sei „das nach heutigem Kenntnisstand älteste bekannte Denkmal.“