Am Denkmaltag warfen wieder viele Interessierte ein Blick hinter die Kulissen

Kyffhäuserkreis  Vereinsmitglieder und Privatleute führten nicht nur gern durch ihre Denkmäler, sondern zeigten sich überall auch sehr gastfreundlich

Das Industriedenkmal Zuckerfabrik Oldisleben hatten wieder viele Denkmaltagsbesucher auf dem Plan. Foto: Wilhelm Slodczyk

Das Industriedenkmal Zuckerfabrik Oldisleben hatten wieder viele Denkmaltagsbesucher auf dem Plan. Foto: Wilhelm Slodczyk

Foto: zgt

Monika Nicke und ihr Mann haben sich schon früh auf den Weg gemacht. Am Denkmaltag wollten sie diesmal unbedingt einen Abstecher in die Kyffhäuserregion machen.

„Mein Mann hat eine ganze Tour zusammengestellt“, lächelt die Eisenacherin. Die Eheleute gehörten zu den Ersten, die gestern dem alten Wehrturm in Ichstedt einen Besuch abstatten.

Der liegt in der Sonne. Davor sind unterm Zeltdach Bänke aufgestellt, an denen auch schon andere Besucher Platz genommen haben. Um sie herum wuseln die Mitglieder des Ländlichen Traditionsvereins in ihren dunkelblauen Vereinsshirts, die sich seit Jahren um die Turmsanierung kümmern. Kuchen ist gebacken, Kaffee dampft. Auch Heike Hylla von der Volksbank in Ringleben ist gekommen – ein gern gesehener Gast in Ichstedt und sie kam nicht mit leeren Händen: Tausend Euro hat das Geldinstitut für den Ichstedter Wehrturm locker gemacht. Der symbolische Scheck wird öffentlichkeitswirksam überreicht, ebenso das Turm-Bild sowie ein Gedicht – zu Papier gebracht und kunstvoll gestaltet von Vereinsfreundin Chrisel Gilberg.

„Wenn der Turm mal fertig ist, werden wir das oben aufhängen“, kündigt Rainer Beie an. Der Bürgermeister, ebenfalls Vereinsmitglied, betätigt sich als Gästeführer und erklärt fachkundig den Baustand – und wo es noch einmal hingehen soll mit dem historischen Gebäude, wenn genug Geld vorhanden ist.

Familiär und herzlich wie in Ichstedt geht es gestern an vielen Orten im Kreis zu. Ob in den Kirchen, die geöffnet sind, in Schlössern oder Burgen. In Bendeleben laufen die Wege vieler Besucher zusammen. Hier gibt es nicht nur die Orangerie, die Pankratius-Kirche, das Uckermannsche Gut und den Kräutergarten Neumerkel zu besichtigen – hier haben Heike und Ludwig Pfefferkorn zum zweiten Mal ihren denkmalgeschützen Hof geöffnet. Wer durch das Tor in den grünen, blühenden Innenhof tritt, hält fasziniert inne und staunt über das Flair aus Fachwerk Holzbalkonen und Pflanzen. Unterm Blätterdach laden Tische und Stühle zum Verweilen ein, und wer will, darf auch einen Blick hinter die Mauern werfen – einen Teil ihres Hauses hat das Lehrerpaar für die Besucher geöffnet.

Vor zwanzig Jahren haben die Eheleute den Hof übernommen und sukzessive in ein Schmuckstück verwandelt. „Jetzt ist es langsam in dem Zustand, wo wir es mal zeigen können“, sagt Ludwig Pfefferkorn bescheiden.

Zwei Beispiele von vielen, die den Denkmaltag ausmachen: Hinter die Kulissen schauen und mit ihren Besitzern ins Gespräch kommen.

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