Apfelsaft ist in Großmonra der unangefochtene Renner

Großmonra.  In der Monraburg Mosterei macht sich die magere Obsternte bemerkbar. Dennoch wird dreimal die Woche gepresst.

In der Monraburg Mosterei GmbH in Großmonra ist die Apfelsaftproduktion gerade angelaufen. Geschäftsführerin Trautlind Matthes hofft, das Ergebnis vom Vorjahr erzielen zu können.

In der Monraburg Mosterei GmbH in Großmonra ist die Apfelsaftproduktion gerade angelaufen. Geschäftsführerin Trautlind Matthes hofft, das Ergebnis vom Vorjahr erzielen zu können.

Foto: Jens König

Dass der Frost im April und die Eisheiligen im Mai an den Obstbäumen in der Region Spuren hinterlassen haben, bekommt Trautlind Matthes in der Monraburg-Mosterei gerade tagtäglich zu spüren. Zwar gelangen Äpfel nach Großmonra, doch die werden aus Apolda und Jena gebracht. „Bei uns ist rundrum nicht viel zu holen“, berichtet sie.

Um das, was geliefert wird, frisch und möglichst verlustarm in die Flaschen zu bringen, arbeitet die Obstpresse zwei- bis dreimal in der Woche. Die Hoffnung der Geschäftsführerin ist groß, wenigstens das Ergebnis des Vorjahres erzielen zu können. 2019 hat sie 45 Tonnen Äpfel verarbeitet.

Gut ist das keinesfalls, sagt sie und verdeutlicht das mit Zahlen. 2015 hat sie 300 Tonnen Äpfel zu Saft verarbeitet. „Das war ein gutes Jahr.“ 2016 waren es nur noch 180 Tonnen. Dann ging es weiter abwärts. „2017 noch 90 Tonnen, das Jahr darauf 85 Tonnen und 2019 die besagten 45 Tonnen.

Um der Nachfrage gerecht zu werden, musste sie Bio-Äpfel hinzukaufen. Dennoch war der Apfelsaft bereits im Dezember alle.

Der Hochbetrieb steht in der Mosterei noch bevor. Bislang sind zwölf Tonnen Äpfel verarbeitet worden. Grund ist die derzeitige Witterung. „Durch die kühlen Nächte dauert der Reifeprozess der Äpfel noch etwas länger“, erklärt sie.

Parallel zu den Äpfeln werden jetzt auch Pflaumen, Mirabellen, Birnen und Weintrauben verarbeitet.

Schon seit einigen Wochen ist der Saft von Kirschen und Beeren in Flaschen abgefüllt. Hier ist sie mit der Ausbeute zufrieden. „Es gab weniger Sauerkirschen, doch das glich sich mit den Johannisbeeren wieder aus.“

Ganz besonders freue sie sich auf die Quitten und den damit ganz besonderen Duft, der sich dann in der Mosterei breit macht. Im Vorjahr verarbeitete sie acht Tonnen zu Saft und Wein.

In diesem Jahr hofft sie, ein Ergebnis zwischen fünf- bis acht Tonnen anpeilen zu können. Quitten werden in der Zeit vom 15. bis 24. Oktober in Großmonra angenommen.

Der unangefochtene Renner in der Mosterei ist der Apfelsaft. Aber auch Apfel-Kirsch, Sauerkirsch, schwarze Johannisbeeren oder Mehrfrucht stehen in der Gunst der Kunden ganz oben. Gefragt sei derzeit auch Apfel-Quitte. „Im vergangenen Jahr habe ich den immer wieder angepriesen.

Jetzt reißen mir die Kunden die Flaschen aus den Händen“, lacht sie und zeigt weiter auf Flaschen, deren Etikett eine Mischung aus Apfel-Mango und Roter Beete offenbart. Die Rezeptur habe sie sich in einer Abendstunde ausgedacht. Seit mittlerweile drei Jahren gehört der Saft zur festen Angebotspalette.

Bis November wird Trautlind Matthes damit beschäftigt sein, Obst zu pressen. „Dann ist das Lager voll, und ich kümmere mich nur noch um den Verkauf“, blickt sie voraus. Freunde der beliebten Glühweinparty können sich bereits den 2. Samstag im Dezember vormerken.

Unter freiem Himmel kann dann der angesetzte Glühwein verkostet werden. „Ich hoffe, dass Corona uns dann keinen Strich durch die Rechnung macht.“

Corona war auch der Grund, der Trautlind Matthes in diesem Jahr nicht ausschwärmen ließ. Sonst ist sie auf zahlreichen Festen und Märkten in der Region anzutreffen.

Die Teilnahme am Obstsortentag im Lustgarten der Orangerie in Bendeleben am 3. Oktober jedoch hat sie zugesagt. Dankbar ist sie ihrer treuen Kundschaft, die ihr trotz Corona das Überleben gesichert hat.