Berlin. Schnee und Eis sorgten in der Nacht für viele Einsätze. Ein Mensch starb. Wie sieht das Wetter in der zweiten Wochenhälfte aus?

Der Winter hat Deutschland weiter im Griff: Schnee und Glatteis auf den Straßen haben am Dienstagabend für einige Unfälle gesorgt. In Baden-Württemberg verunglückte ein Autofahrer tödlich, als er mit seinem Wagen bei schneebedeckter Fahrbahn mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammentstieß.

Ein größeres Chaos blieb aber vorerst aus. Auf den Straßen gilt dennoch weiterhin Vorsicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab für einen Großteil Deutschlands eine amtliche Glätte-Warnung heraus, die noch bis Mittwoch um 11.00 Uhr gilt. Bis mindestens zum Wochenende soll es winterlich bleiben.

Unfälle in Bayern und Sachsen

Wegen Glatteis kam es in Mittelfranken in Bayern am Dienstagabend zu zwei Massenkarambolagen. Acht Menschen wurden dabei verletzt, zwei davon schwer, wie die Polizei in der Nacht mitteilte. Ein 35-jähriger Autofahrer verlor auf schneebedeckter Straße bei Heilsbronn (Landkreis Ansbach) aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle und kollidierte mit vier Autos. Kurz darauf kam es auf einer Brücke bei Gunzenhausen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) zu einer Kollision mit zehn Autos.

Bayern, Heilsbronn: Unfallfahrzeuge stehen auf der schneebedeckten Straße.
Bayern, Heilsbronn: Unfallfahrzeuge stehen auf der schneebedeckten Straße. © DPA Images | David Oßwald

In Leipzig in Sachsen rutschten am Dienstagabend auf glatter Straße vier Autos und ein Rettungswagen ineinander. Dabei seien fünf Menschen leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Nach ersten Informationen war der Rettungswagen mit eingeschaltetem Blaulicht unterwegs. Ein Auto stellte sich beim Abbremsen quer. In der Folge kollidierten die anderen Autos miteinander.

Unfälle in NRW – „Feuerwehr im Dauereinsatz“

In Teilen von Nordrhein-Westfalen haben Schnee und Eis erneut für manchen Unfall gesorgt. Die Schäden beschränkten sich in der Nacht zum Mittwoch sowie am Mittwochmorgen in erster Linie auf Blechschäden, wie aus einer Nachfrage bei den Leitstellen der Polizeien hervorging.

Im Bereich Bielefeld gab es witterungsbedingt verschiedene Unfälle mit Sachschäden, aber keine Verletzten. Die Polizei warnte am Morgen auf der Autobahn 2 bei Bielefeld vor Gefahr durch Schnee auf der Fahrbahn in beide Richtungen. Am frühen Morgen staute sich der Verkehr dort aufgrund des Schnees, wie es hieß.

Auch im Bereich Detmold bereiteten die Witterungsverhältnisse den Einsatzkräften Arbeit: „Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz mit Straßenräumungen, es wird durchgehend gestreut und wir nehmen die Blechschäden auf“, sagte ein Polizeisprecher. Auf der A1 zwischen Ascheberg und Münster-Hiltrup prallte ein Fahrzeug gegen eine Leitplanke, der Verkehr floss zwischenzeitlich nur über eine Spur, wie ein Sprecher der Polizei in Münster sagte. Im Bereich der Münsteraner Polizei habe es insgesamt fünf bis sechs leichtere witterungsbedingte Unfälle auf der Autobahn gegeben, hieß es.

Auch in Recklinghausen und in Essen berichtete die Polizei von mehreren witterungsbedingten Unfällen. In Recklinghausen sei ein Auto gegen einen Ampelmast geprallt, dabei sei aber niemand verletzt worden.

Niedersachsen: Dutzende Unfälle – „kein Verkehrschaos“

Auch in Niedersachsen gab es witterungsbedingte Unfälle. So schleuderte auf schneebedeckter Fahrbahn bei Bassum im Landkreis Diepholz ein Auto gegen einen Baum. Dabei wurde ein 29 Jahre alter Beifahrer schwer, die 26-jährige Fahrerin leicht verletzt. Im Raum Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim seien elf witterungsbedingte Unfälle gemeldet worden, im Raum Oldenburg habe es sieben Glätteunfälle in der Nacht und am Morgen gegeben, teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit.

Dabei ist nach bisherigem Kenntnisstand niemand schwer verletzt worden. In vielen Regionen von Niedersachsen sprachen die Sprecher der Polizei am Morgen von relativ ruhigen Verkehrsverhältnissen.

„Auch wenn hier in Bremen ein wenig Schnee liegt, haben wir auf den Straßen noch kein Verkehrschaos“, sagte eine Sprecherin des Lagezentrums in der Nacht. Auch in Schleswig-Holstein habe der Schnee noch nicht zu nennenswerten Unfälle oder Beeinträchtigungen geführt, hieß es aus dem dortigen Lagezentrum.

Niedersachsen, Bassum: Ein Fahrzeug steht nach einem Unfall bei Schneefall am Straßenrand.
Niedersachsen, Bassum: Ein Fahrzeug steht nach einem Unfall bei Schneefall am Straßenrand. © DPA Images | Kai Moorschlatt

Thüringen meldet „angespannte Schneelage“

In Thüringen gebe es trotz zum Teil „angespannter Schneelage“ ein normales Unfallgeschehen, hieß es aus dem Lagezentrum. „Die Wetterlage hat sich beruhigt und die Glätte hat sich entspannt“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Sachsen. Beim Lagezentrum in Brandenburg rechnete ein Sprecher erst für die Morgenstunden mit möglichen Unfällen durch die Witterungsbedingungen.

Im zu Beginn der Woche von den Schneefällen besonders betroffenen Westhessen entspannte sich die Lage. Fast alle gesperrten Straßen konnten wieder freigegeben werden. „Es hat sich normalisiert, überall wurde und wird gestreut. Aber es soll weiter glatt werden, daher mal gucken, was noch kommt“, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Westhessen.

Thüringen, Ilmenau: Zwei Männer befreien Wege und Autos vom Schnee.
Thüringen, Ilmenau: Zwei Männer befreien Wege und Autos vom Schnee. © DPA Images | Michael Reichel

Wetter am Mittwoch

Ein Meteorologe vom DWD sagte am Mittwochmorgen: „Es bleibt flächendeckend winterlich und es liegt relativ verbreitet Schnee.“ Am Mittwoch gebe es regional immer wieder mal Schneefall. „Die großen Mengen kommen dann aber zum Wochenende“, sagte der Wetterexperte. Dann werde es auch noch einmal kälter. Durch Dauerfrost in vielen Regionen sei dann auch Glätte weiterhin möglich.

  • Die Menschen in Berlin und Brandenburg müssen sich am Mittwoch weiter auf Dauerfrost, Schnee und Glätte einstellen. Bei Temperaturen zwischen minus drei und minus acht Grad besteht in den Morgenstunden verbreitet Glättegefahr, während des Tages ist mit Dauerfrost und Schneefällen zu rechnen. Bei Höchsttemperaturen von minus ein Grad können innerhalb weniger Stunden bis zu sechs Zentimeter Neuschnee fallen. Ab dem Abend ist dann wieder mit erhöhter Glättegefahr durch überfrierenden Schneematsch zu rechnen.
  • In Niedersachsen ist in vielen Teilen Schneefall möglich. Im Tagesverlauf am Mittwoch ist laut DWD Schneefall in vielen Teilen Niedersachsens möglich. Bis zum Abend könne es ostwärts abziehenden Schneefall geben, die Tageshöchstwerte liegen demnach nahe der Elbe bei 0 Grad, ansonsten bei 2 Grad, auf den Inseln sind 3 Grad möglich.
  • In Nordrhein-Westfalen erwartet der DWD für Mittwoch gebietsweise zunächst Schneeschauer, ab dem Vormittag in tiefen Lagen Schneeregen. Die Meteorologen warnen vor Glätte. Die Temperaturen bewegen sich im Tagesverlauf zwischen -1 Grad im Flachland und bis -4 Grad im Bergland. In Hochlagen ist leichter Dauerfrost möglich.
  • In Thüringen ist für Mittwoch zunächst leichter bis mäßiger Frost angekündigt, oberhalb von 400 Metern tagsüber leichter Dauerfrost. Der DWD warn streckenweise vor Glätte durch gefrierende Nässe oder Neuschnee. Im Bergland ist mit Schneeverwehungen zu rechnen.

(pcl/mit dpa)