Erfurt. Thüringen hat in den letzten fünf Jahren über 360 Zahnarztpraxen verloren. Laut Prognosen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung werde die Suche nach einem Zahnarzt in Zukunft noch schwieriger.

Der Notstand bei Zahnärzten ist jetzt auch in der Landeshauptstadt angekommen. Wie die Kassenzahnärztliche Vereinigung Thüringen (KZVT) am Mittwoch mitteilte, ist spätestens ab März 2024 absehbar, dass in Erfurt keine ausreichende zahnärztliche Versorgung mehr gegeben sein wird. Grund dafür seien weitere Praxisschließungen. „Allein in Erfurt haben im vergangenen Jahr 10 Praxen mit 11 Zahnärzten die Arbeit beendet. Nur zwei Praxen sind neu gestartet. Bei einem Minus von neun Zahnärzten und einem Stadt-Schlüssel von rund 1280 Patienten pro Arzt sind das mehr als 11.500 Menschen, die jetzt einen neuen Behandler brauchen, aber nur schwer finden werden“, sagte Andrea Wagner, Referentin für Sicherstellung bei der KZVT. Bis zum Frühjahr lägen dem Zulassungsausschuss bereits weitere vier bis fünf Schließungsankündigungen vor.