Auch bei einer Powerfrau dürfen Tränen kullern

Arnstadt  Almut Keil ist nach 27 Jahren als Mitarbeiterin der Volkshochschule verabschiedet worden.

Almut Keil (mit Blumen), umrahmt von Mitarbeitern und Kursteilnehmern, wurde gestern in der Volkshochschule verabschiedet.

Almut Keil (mit Blumen), umrahmt von Mitarbeitern und Kursteilnehmern, wurde gestern in der Volkshochschule verabschiedet.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Wer den Namen Almut Keil hört oder liest, der weiß dass diese Frau schon seit Langem bei der Volkshochschule Arnstadt Ilmenau tätig ist. Sie ist eine Powerfrau, die erst zufrieden ist, wenn sie sagt: Ja, so ist es richtig und so wird es gemacht.

Nun, nach 27 Jahren und genau zwei Wochen, wurde Almut Keil verabschiedet, aber nicht in den Ruhestand. Denn der ist nichts für die 58-Jährige. Sie möchte sich anderen Aufgaben widmen, wie sich zum Beispiel mehr um ihr Enkelkind kümmern – und natürlich wie gewohnt um die Gäste, die gerne in ihr Café Landart nach Kleinbreitenbach kommen. Auch laufen bei ihr weiterhin die Fäden des Kunstsymposiums im Ort zusammen. Für die Seniorenakademie und in Workshops bleibt sie aktiv.

Mit ein paar Tränen in den Augen schaut sie zurück, denn in den Jahren bei der Volkshochschule hat sich Almut Keil nahezu drei Jahrzehnte um die Seniorenakademie gekümmert, hat acht Jahre dafür gesorgt, dass es Kino im Theater gibt oder hat die Galerie im Theater ins Leben gerufen. Dort gab es 40 Ausstellungen von fast allen Thüringer Künstlern. Nur einmal sei sie verärgert gewesen, erzählt Almut Keil. „Wir hatten eine tolle Aktausstellung vorbereitet. Und sie hing im Arnstädter Theater. Aber nur sehr kurz. Einer Lehrerin schlug die Ausstellung wahrscheinlich auf den Magen. Sie hatte offenbar so viel Einfluss, dass alle Bilder ohne unser Wissen einfach entfernt wurden.“

Auch hat sich Almut Keil um die Theatergruppe der Volkshochschule gekümmert, ist zehn Mal mit insgesamt mehr als 300 arbeitslosen Frauen auf Fehmarn gefahren. Sie hat sich seit 20 Jahren um die Denkmaltouren gekümmert, 25 Seniorenbildungsreisen und 25 Mal-Workshops organisiert und nicht zu vergessen: 16 Mal fand in Kleinbreitenbach ein Kunstsymposium mit renommierten Künstlern statt. Und dann sagt sie: „Das ging auch nur, weil ich nie voll gearbeitet habe“ – und bekam viel Beifall von den zahlreichen Gästen, die sie gestern mit verabschiedet haben. Der Direktor der Volkshochschule, Rüdiger Hahn, die Mitarbeiter sowie Landrätin Petra Enders (Linke) gehörten mit zu denen, die zum Abschied Danke sagten.

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