Ausstellung in Artern wird gründlich überarbeitet

Artern  Ehemalige Hüttenmitarbeiter nehmen sich vieler Archivalien an und freuen sich über jede Unterstützung.

Ulrich Häge (links) und Mirko Küster von der Interessengemeinschaft „Kyffhäuserhütte Artern/Unstrut“ haben sich zusammen mit weiteren Mitstreitern der Ausstellung angenommen und wollen neue Konzepte erarbeiten.

Ulrich Häge (links) und Mirko Küster von der Interessengemeinschaft „Kyffhäuserhütte Artern/Unstrut“ haben sich zusammen mit weiteren Mitstreitern der Ausstellung angenommen und wollen neue Konzepte erarbeiten.

Foto: Patrick Weisheit

Die Ausstellung zur Kyffhäuserhütte im Oberen Hof soll unter allen Umständen erhalten bleiben. Das war der Antrieb für zehn engagierte Menschen, nach dem Ausscheiden des langjährigen Ausstellungsbetreuers Volkmar Künne aktiv zu werden. Zusammen wollen sie nun neue Konzepte für die Ausstellung erarbeiten und das umfangreiche Archivmaterial weiterhin sichten.

Volkmar Künne, der selbst mehrere Jahrzehnte in der Kyffhäuserhütte gearbeitet hat, widmete sich viele Jahre lang der Ausstellung, tritt aber seit Ende 2018 aus Altersgründen etwas kürzer. „Als wir davon gehört haben, war uns ehemaligen Beschäftigten der Hütte sofort klar, dass wir aktiv werden müssen“, sagt Ulrich Häge, der selbst von 1966 bis 1990 in der Kyffhäuserhütte seine Brötchen verdient hat. „Ich habe davon während einer Wanderung des Vereins ,Wir für Artern‘ gehört und war sofort entschlossen, mich einzubringen“, sagt Mirko Küster. Zusammen mit anderen Engagierten haben sie die Interessen­gemeinschaft „Kyffhäuserhütte Artern/Unstrut“ gegründet.

Bei einer ersten Suche im Archiv wurden sie auch gleich fündig. „Wir haben fünf Stunden bisher noch nicht gesichtetes Filmmaterial gefunden, das Mirko Küster aufbereitet hat und das wir nun auf einem Fernseher während der Öffnungszeiten zeigen können“, freut sich Ulrich Häge. „Es war gar nicht möglich, dass Volkmar Künne das alles allein hätte sichten können“, betont Mirko Küster und lobt Künnes jahrelanges Engagement. Die bestehende Ausstellung soll innerhalb der kommenden Jahre überarbeitet und erweitert weiter. Darin sind sich die Engagierten einig. „Wir wollen mehr technische Möglichkeiten nutzen. Dazu zählen zum Beispiel Videos und Diaschauen. Es ist ja nun einmal so, dass man mit auf Pappe aufgeklebten Bildern keine jungen Leute mehr zu einem Museumsbesuch animieren kann“, sagt Häge. Auch soll an Künnes Tradition der intensiven Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Schulen angeknüpft werden. „Die Kyffhäuserhütte war im 19. Jahrhundert der prägende Großbetrieb für Artern und die umliegenden Gemeinden. Deshalb sollten auch die Schüler zumindest grundlegende Kenntnisse über dieses Stück Geschichte haben“, sagt Mirko Küster. Da soll auch herausgearbeitet werden, wie die Kyffhäuserhütte auf die Stadt eingewirkt hat. „Aus der Hütte sind nach der Pleite mehrere Unternehmen hervorgegangen, die heute Teil der Unternehmenslandschaft in Artern sind. Wir sind gerade dabei, Kontakt zu diesen Unternehmen aufzubauen und dann auch die dortigen Mitarbeiter einzubeziehen“, sagt Häge. Außerdem plant das Team, auch in den umliegenden Orten Veranstaltungen rund um die Geschichte der Kyffhäuserhütte anzubieten. So könnten vielleicht auch noch ehemalige Mitarbeiter der Hütte und deren Erinnerungen aktiviert und für die neue Ausstellung gewonnen werden, hofft das Team.

„Wir laden jeden ehemaligen Hüttenmitarbeiter oder auch alle anderen Interessierten dazu ein, uns zu unterstützen. Die Ausstellung soll ein Ort für alle werden“, sagt Ulrich Häge.

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