Babysitterkurs für Teenager: Schaukeln, spielen, erkunden

Melchendorf  Zwölf- bis 17-Jährige können beim Babysitterkurs des Family-Clubs am Drosselberg ein Zertifikat erwerben.

Tali Kunz, Muriel Huke und Xenia Zacher (von links) zählten zu den zehn jungen Mädchen, die den Babysitterkurs absolvierten.

Tali Kunz, Muriel Huke und Xenia Zacher (von links) zählten zu den zehn jungen Mädchen, die den Babysitterkurs absolvierten.

Foto: Heidrun Lehmann

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Erzieherin möchte Xenia Zacher werden. Um sich darauf vorzubereiten, nahm sie am Wochenende an einem Babysitterkurs des Familienzentrums am Drosselberg teil. Denn das dort erlangte Zertifikat könnte eine Art Türöffner für diese Ausbildung sein, erhofft sich die 14-Jährige.

Mit ähnlichen Beweggründen stellten sich neben den Schwestern Tali und Tori Kunz sowie Muriel Huke weitere sechs Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren im Family-Club des Deutschen Familienverbandes Thüringen ein; die Eine oder Andere möchte als Au Pair ins Ausland gehen und sich dafür das Rüstzeug holen. Kathrin Kuhles, zwischen 1999 und 2007 selbst Mitarbeiterin des Familienzentrums, bietet je nach Bedarf zwei- bis drei Mal im Jahr solche Wochenendkurse für junge Leute an – zuweilen mit auch männlichen Teilnehmern. Zudem leitet die Diplom-Sozialpädagogin Familienbildungskurse wie PekiP (Prager Eltern-Kind-Projekt), ist als Fachberaterin für Kitas landesweit unterwegs.

Je kleiner das Kind, desto größer die Utensilien

Auf dem Boden sitzend, das „Baby“ vor sich im Schoß, begannen die praktischen Übungen, etwa mit dem Lied „Zeigt her eure Füße“. Kathrin Kuhles bewegte dazu im Rhythmus die Beinchen des Kindes, wobei es spielerisch den eigenen Körper kennen lernen könne, so die Diplom-Sozialpädagogin. Gemeinsam trugen die Mädchen Ideen zusammen, wie die Zeit beim Babysitten sinnvoll ausgefüllt werden kann: Basteln, Malen, aus Decken und Kissen-Höhlen bauen oder auf dem Spielplatz die Umwelt erkunden. Beim Malen gelte: je kleiner das Kind, desto größer die Utensilien. Angefangen beim Stift bis zur Malunterlage.

Eine andere Art Türöffner ergebe sich beim Spiel mit Hand- oder Fingerpuppen. Schlüpfe der Betreuer beispielsweise in die Rolle des Teddys und verändere seine Stimmlage, so erzähle das größere Kind dem Spielzeug gern das, was es dem Babysitter in diesem Moment vielleicht nicht gesagt hätte. Voraus gegangen waren Erläuterungen zu rechtlichen Fragen im Verhältnis Eltern-Kind-Babysitter sowie zu Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Achtung der Würde des kleinen Erdenbürgers, liebevoller Umgang, nicht zuletzt Verschwiegenheit über das familiäre Umfeld.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.