Bald kann der Hausbau am Lessingplatz starten

Sömmerda  Für alle 22 Grundstücke schloss die Landesentwicklungsgesellschaft verbindliche Vormerkungen mit Interessenten ab

Bauamtsleiter Otto Rosenstiel (links) und Bauleiter Christopher Berger auf dem Lessingplatz. Die Pfähle markieren Gas- und Wasserleitungen.

Bauamtsleiter Otto Rosenstiel (links) und Bauleiter Christopher Berger auf dem Lessingplatz. Die Pfähle markieren Gas- und Wasserleitungen.

Foto: Peter Hansen

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„Das ist gelaufen wie ein Länderspiel!“ Otto Rosenstiel, Leiter des Bau- und Umweltamtes der Stadtverwaltung Sömmerda, ist mit dem Baufortschritt am Sömmerdaer Lessingplatz mehr als zufrieden.

Auf der 1,74 Hektar großen Fläche, die in 22 Baugrundstücke unterteilt wird, ist die Erschließung im Wesentlichen abgeschlossen. Nur der 125 Meter lange und rund 4,50 Meter hohe Erdwall, der das künftige Wohngebiet an der Seite zum Kurt-Neubert-Sportpark hin vor Lärm schützen soll, wird gerade noch aufgeschüttet. Nächste Woche ist Abnahmetermin für die Baufirma, Ende September wird das Areal an den Erschließungsträger, die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG), übergeben.

Die LEG hatte das innerstädtische Grundstück 2016 von der Stadt erworben und gemeinsam mit der Kommune auf Grundlage der Wohnbedarfsprognose / Integriertes Stadtentwicklungskonzept im vereinfachten Verfahren einen Bebauungsplan entwickelt. 2017 wurde der Plan vom Stadtrat beschlossen und am 29. November 2017 rechtskräftig.

Am 23. April dieses Jahres begann die Bauer Bauunternehmen GmbH Walschleben mit der Erschließung. 260 Meter Kanal, rund 400 Meter Kabel für die Straßenbeleuchtung und zehn Beleuchtungsmasten, etwa 300 Meter Gas- und 260 Meter Trinkwasserleitung sowie zirka 1000 Meter Kabel der SEV kamen in die Erde, informiert Bauleiter Christopher Berger vom Ingenieurbüro Katzung GmbH Weimar. 1700 Quadratmeter Asphalt wurden auf die Mischverkehrsflächen aufgebracht.

Der Bauablauf, der am Lessingplatz vollzogen wurde, ist „vorzeigewert“, betont Otto Rosenstiel. Kleinere Probleme wurden sofort geklärt, es ging zügig voran. Selbst ein mutmaßlicher Sprengstofffund am 2. August, bei dem Polizei, Ordnungsamt und die Firma Tauber Delaborierung eingeschaltet wurden (die vermeintliche Bombe erwies sich als alter Feuerlöscher), brachte die Arbeiten nicht aus dem Takt.

Vom Baufortschritt überzeugten sich insbesondere an den Wochenenden auch viele Bauwillige. Dass sie das Schild „Betreten der Baustelle verboten. Eltern haften für ihre Kinder“ das eine oder andere Mal ignorierten, ist wohl der Vorfreude zuzuschreiben, die die Aussicht auf die eigenen vier Wände mit sich bringt.

Die LEG hatte für alle 22 Grundstücke mit Bauinteressenten verbindliche Vorreservierungen abgeschlossen. Die Nachfrage war so groß, dass die Baufelder stellenweise überzeichnet waren. Inzwischen sind die ersten Kaufverträge abgeschlossen. Nach Übergabe des Gebietes können die Bauwilligen ihre Unterlagen einreichen und schon bald mit dem Bau starten. Ende nächsten Jahres wird bestimmt die Hälfte der Häuser stehen, vermutet der Bauamtsleiter.

Den Häuslebauern werden dabei am Lessingplatz viele Freiheiten gelassen. Zwar sind Eingeschosser vorgeschrieben und an den Grundstücken entlang der Bahnlinie dürfen an der Nordseite, also in Richtung Bahn, keine schutzwürdigen Räume oder normale Fenster platziert werden, aber ansonsten besteht bei der Gestaltung viel Spielraum. Wie das Dach aussehen soll oder welcher Haustyp gebaut wird, kann jeder selbst entscheiden. Einige Wünsche der künftigen Grundstücksbesitzer wurden auch in der Bauphase schon berücksichtigt, zum Beispiel der Standort der Hausanschlüsse.

Insgesamt investiert die LEG 1,3 Millionen Euro in Grunderwerb, Planung und Erschließung der 22 Parzellen, die Folgeinvestitionen der privaten Bauherren schätzt die Gesellschaft auf weitere 4 Millionen Euro.

Im Oktober/November wird der Lärmschutzwall noch begrünt. Zu den 27 auf dem Areal stehenden Bäumen kommen 280 junge Laubbäume dazu. Als Ausgleichspflanzung werden zudem an der Milchviehanlage Frohndorf 45 Laubbäume gesetzt.

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