Barrieren für Fische im Schilfwasser verschwinden

Friedrichroda  Natursteinmauer dank Vorfertigung schneller und preiswerter eingebracht. Flusslauf wird verbreitert und Fußgängerbrücke zu Grundstück gebaut

Ein Teil der neuen Stützmauer, etwa die Hälfte, ist bereits zu sehen. Der schwierigste Teil, sagt Frank Vogel von der bauausführenden Firma, sei geschafft.

Ein Teil der neuen Stützmauer, etwa die Hälfte, ist bereits zu sehen. Der schwierigste Teil, sagt Frank Vogel von der bauausführenden Firma, sei geschafft.

Foto: Peter Riecke

Kein schöner Anblick war das Schilfwasser, wo es in der heilklimatischen Kurstadt entlang der Bachstraße nordostwärts fließt. Noch im vergangenen Jahr prägten eingefallene Teile der Stützmauer das Bild. Sie war durch Hochwasser geschädigt. Inzwischen ist eine neue Stützmauer schon zu einem Teil fertig. Man kann erahnen, wie die gesamte Anlage nach Fertigstellung aussehen wird.

Mit dem Abbau eines Rammgerätes und dem Verschweißen und Verschließen eines Stahlrohres, das nicht mehr benötigt wird, einst zu einer Mühle führte und im weiteren Verlauf defekt ist, setzt die Firma Landschafts-, Tief- und Wasserbau aus Waltershausen ihre Arbeiten dort fort. Ursprünglich sollte nur die Bachsohle so umgestaltet werden, dass Fische wieder in beide Richtungen wandern können. In die Sohle werden Wasserbausteine gesetzt. Kleine Becken, die jedoch durch Schlitze so verbunden sind, dass Fische kaum Hindernisse haben, werden den Flusslauf abwechslungsreich gestalten.

Doch der Zustand der Stützmauer machte eine Neugestaltung erforderlich. Die neue Stützmauer wird in Fertigteilen angeliefert, in die jedoch schon zuvor Natursteine eingelassen sind. Dank des versierten Steinmetzes Thomas Klocke passt sich die neue Mauer optisch gut in die Umgebung ein und es wird der Aufwand vermieden, dass Maurer im Flussgraben stehend Naturstein für Naturstein einzeln in der Betonwand verankern müssen. Handarbeit ist nun nur noch dort nötig, wo die Fertigteile ineinander greifen.

Wenn alles fertig ist, sieht es aus wie eine nur mit Naturstein errichtete Mauer. In einem weiteren Teilabschnitt wird eine Engstelle des Flussbettes ausgeweitet und eine Fußgängerbrücke zu einem Grundstück gesetzt. Bauherr des Projektes ist der Gewässerunterhaltungsverband Flößgraben-Leina. Von der Planungsgruppe 91 aus Gotha stammen die Zeichnungen. Die Kosten für Bauen, Planung und Statik werden fast eine halbe Million Euro betragen. Der Freistaat fördert mit 90 Prozent.