Baugeschichten aus aller Welt in Weimars Kinder-Uni

Weimar  Rund 60 Kinder erlebten tollen Start in das Wintersemester. Neue Partnerklasse ist die 6a der Park-Regelschule

Wie die Großen saßen die Kinder-Studenten im Hörsaal. Foto: Susanne Seide

Foto: zgt

Ein Experte, der sich in der Theorie genauso gut wie in der Praxis auskennt, eröffnete gestern mit dem Thema „Bauen rund um de Welt – wie unterschiedlich ist das?“ die Nachmittagsvorlesungen der Kinder- Uni im neuen Semester. Denn den Part des eigentlich angekündigten Dozenten Professor Hans-Joachim Bargstädt, der auf einer wichtigen Dienstreise war, nahm Abdur Rehman Nasir ein. Der gebürtige Pakistani, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt und Mitarbeiter am Lehrstuhl für Baubetrieb und Bauverfahren der Bauhaus-Uni ist, hat in Pakistan fünf Jahre lang selbst auf dem Bau gearbeitet.

Was den Jungen und Mädchen gestern bei im Hörsaal A in der Marienstraße exotisch vorkam, war Nasirs Alltag und ein Thema des Nachmittags: Wie unterschiedlich wird in verschiedenen Ländern gebaut? Der in Deutschland üblichen Arbeit mit einer Betonpumpe stellte Abdur Rehman Nasir in Videos scheinbar unmögliche Verfahren aus anderen Kontinenten gegenüber: In Asien beförderten Bauleute Schalen mit Beton in einer Menschenkette vom Erdgeschoss bis in die oberste Etage; in Afrika warf ein Mann gleich eine ganze Schaufel samt Beton in die erste Etage. Von dort gelangte der Baustoff per Eimer ein Stockwerk höher.

Der Dozent bezog seine jungen Zuhörer, von denen etwa 60 im Hörsaal Platz genommen hatten, von Anfang an mit ein: Ob sie sich vorstellen können, wie lange am indischen Grabmal Taj Mahal gebaut wurde, wie viel Bauleute in Deutschland, Saudi-Arabien oder Indien verdienen würden, oder ob sie sich vorstellen können, was Erntehelfer nach der Ernte zu tun haben? Auf all diese Fragen fand er neugierige Zuhörer, die zwar nicht immer alles wussten, aber Spaß am Miträtseln hatten.

Zu ihnen gehörte auch die neue Partnerklasse, die die Vorlesungen der Weimarer Kinder-Uni im Wintersemester aktiv begleitet: Die 6a der Park-Regelschule besuchte mit rund 20 Mädchen und Jungen die Auftakt-Vorlesung. Lena (12) fand sie richtig spannend und zeigte sich auch sonst sehr aufgeschlossen. Ein Lieblingsthema an der Uni habe sie nicht, sei aber generell neugierig, was sie noch allen erfahren werde. Ihr Mitschüler Nikky (11) gestand, eher ein Graffiti- denn ein Bau-Fan zu sein. Doch auch damit könnte er im Wintersemester auf seine Kosten kommen. Schließlich richtet die Kinder-Uni für Partnerklassen Workshops aus. Auf der Wunschliste der Mädchen und Jungen stehen neben Graffiti und Bauen auch, einen Film zu drehen, ein Lied zu komponieren sowie Experimente durchzuführen. Was davon Wirklichkeit werden kann, muss noch mit dem Team der Kinder-Uni ausgelotet werden.

Die nächste Vorlesung dreht sich am 4. November ab 16 Uhr im Weimarer Klinikum um die Frage „Was passiert, wenn ich mit den Arm gebrochen habe?“.

Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.kinderuni-weimar.de

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