Beliebter Rastplatz nun wie neu

Tannroda  Forstamt Erfurt-Willrode weiht im Wald zwischen Tonndorf und München saniertes Steinhäuschen von 1866 ein

Mit Bänken und einem dichten Vordach lädt das Steinhäuschen Wanderer nun wieder zur Rast.

Mit Bänken und einem dichten Vordach lädt das Steinhäuschen Wanderer nun wieder zur Rast.

Foto: Jens Lehnert

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Das historische Steinhäuschen im Wald-Karree zwischen Kranichfeld, Tonndorf, München und Tannroda ist frisch renoviert. Nach fast einjähriger Bauzeit konnte das Forstamt Erfurt-Willrode gestern den beliebten Rastplatz für Wanderer wieder einweihen.

„Das Dach war undicht. Bei dem Vorplatz musste die Wasserführung ausgeglichen werden. Und die Sitzgruppen waren auch in die Jahre gekommen“, erklärte Forstamtsleiter Chris Freise. Zusätzlich seien das Mauerwerk sowie Fenster und Türen saniert worden. In die Arbeiten investierte die Landesforstanstalt rund 30 000 Euro.

Der Außenbereich steht Wanderern ab sofort wieder zur Rast zur Verfügung – entweder unter freiem Himmel mit einer massiven Sitzgruppe oder unter der Veranda des vorgezogenen Daches als Regenschutz. Der Innenraum bleibt hingegen der Nutzung des Forstamtes vorbehalten.

Der Hausherr hat sich zudem zu einer erzieherischen Maßnahme entschlossen: „Mülleimer werden wir am Steinhäuschen nicht mehr aufstellen“, sagte Revierförster Ronald Schäfer. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Behälter eher für mehr als für weniger Müll im Wald sorgten. Wer hier raste, solle seinen Abfall wieder mitnehmen.

Probleme habe es hier in der Vergangenheit gelegentlich mit Vandalismus gegeben, so das Forstamt. Jeder Waldbesucher sei deshalb aufgefordert mitzuhelfen, das Steinhäuschen möglichst lange gepflegt und in Schuss zu halten. Notfalls sei auch die Courage angebracht, den einen oder anderen Spaziergänger darauf aufmerksam zu machen, wie man sich in der Natur und gegenüber der altehrwürdigen Jagdhütte zu verhalten habe, merkte Freise an.

Das Steinhäuschen hieß bei seiner Errichtung 1866 ursprünglich „Weidmannsheil“. Seine Entstehung verdankt es der Initiative des damaligen Oberförsters Schnell. Der 1887 gegründete Verschönerungsverein Tannroda sorgte unter Vor-sitz des Oberförsters Batsch für den Erhalt des Gebäudes.

Nach der Errichtung eines Pflanzgartens am „Steinhaus“ um 1890, der noch heute als Arboretum besteht, kamen um die Jahrhundertwende hölzerne Galerien an das Gebäude. 1948 erfolgte die erste Sanierung durch das Forstamt Kranichfeld, um Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg zu beseitigen. 1990 wurde das Steinhäuschen mit dem umgebenden Arboretum erneut durch das Forstamt Kranichfeld überarbeitet. Mit der aktuellen Sanierung durch das Forstamt Erfurt-Willrode, in dem das ehemalige Forstamt Kranichfeld aufgegangen ist, wird die über 150-jährige Tradition des historischen waldtouristischen Punktes fortgesetzt.

Ein Wermutstropfen bleibe allerdings. Da das Budget der Landesforstanstalt für Waldpädagogik und Waldtourismus stark gekürzt worden sei, werde das Steinhäuschen wahrscheinlich eines der letzten Projekte dieser Art im Forstamtsbereich Willrode sein, bedauert Forstamtsleiter Chris Freise.

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