Bienenglocke als Brücke zwischen sichtbarer und spiritueller Welt

Roldisleben  Initiativgruppe beantragt Fördermittel für das Projekt der Garten- und Bienenkirche in Roldisleben

Der Kirchgarten des denkmalgeschützten Roldislebener Gotteshauses soll wieder Dorfmittelpunkt werden. Eine Initiativgruppe hat sich das Projekt einer Garten- und Bienenkirche auf die Fahnen geschrieben.

Der Kirchgarten des denkmalgeschützten Roldislebener Gotteshauses soll wieder Dorfmittelpunkt werden. Eine Initiativgruppe hat sich das Projekt einer Garten- und Bienenkirche auf die Fahnen geschrieben.

Foto: Jens König

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Yoga im Kirchgarten oder gemeinsam bei Kaffee und Kuchen die Wunder der Natur bestaunen – in Roldisleben soll das schon bald möglich sein. Einer Initiative von Mitgliedern des Gemeindekirchenrates und interessierter Bürger schwebt eine Bienenglocke vor. Es handelt sich dabei um einen überdachten und glockenförmigen Raum. Dieser soll das denkmalgeschützte Gotteshaus wieder mehr in den Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens rücken.

"„Unser Anliegen ist es, die Mitte des Ortes wieder mehr ins gesellschaftliche Leben zu rücken.“"

Annett Barnett, Landschaftsarchitektin

Die Bienenglocke ist ein Teil des Projektes der Garten- und Bienenkirche. Mit der Idee hatte die Roldislebener Initiativgruppe beim Ideenwettstreit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Internationalen Bauausstellung (IBA) „Stadtland: Kirche Querdenker für Thüringen 2017“ überzeugt. Ihr Vorschlag sowie weitere sechs gelten nun als Modellprojekte, die bis zum IBA-Finale 2023 als IBA-Projekte baulich umgesetzt werden können.

„Wir haben unser Konzept noch einmal überarbeitet und jetzt einen Antrag auf Fördermittel gestellt“, erklärt Annett Barnett, Landschaftsarchitektin in Roldisleben, den aktuellen Stand der Arbeiten. Die Hoffnung ist groß, über ein Förderprogramm zur Entwicklung des Ländliches Raumes eine Finanzspritze für den Bau der Bienenglocke zu erhalten. Läuft alles nach Plan, dann könnte bis Jahresende das elf Meter lange und sechs Meter breite Gebäude mit Wabenstruktur im Kirchgarten stehen.

Angedacht ist dabei eine modulare Konstruktion der Bienenglocke. Dies gebe Dorfbewohnern die Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung mitzubauen. „In die einzelnen Wabenelementen können stilisierte Ausflugslöcher und bewegliche Elemente integriert werden, auf denen Texte und Bilder angebracht werden“, sagt Annett Barnett und glaubt, dass das Thema der Garten- und Bienenkirche so erlebbar wird.

Vom Tisch ist die ursprüngliche Idee, im Kirchgarten eine aus Feldsteinen gefertigten Sitzgelegenheit zu schaffen, um Gottesdienste unter freiem Himmel halten zu können. Die aus Steinen angedeuteten Umrisse einer Glocke sind noch zu sehen.

Überzeugt ist Annett Barnett, dass der Bau der Bienenglocke ein guter Startschuss für das IBA-Projekt wäre. An Plänen, wie es weiter gehen kann, mangelt es ihr nicht.

Weitere Vorhaben: Beete mit biblischen Kräutern

2019 soll, ebenfalls im Kirchgarten, ein Sinnesgarten mit biblischen Kräutern angelegt werden. Die Wabenstruktur der Bienenglocke soll bei der Gestaltung wieder aufgenommen werden. Gemeinsam mit einem Kommunikationsdesigner wird derzeit an einem Konzept gearbeitet, wie das Thema so präsentiert werden kann, dass sich kleine und große Besucher angesprochen fühlen. Auch die Möglichkeit, hier bei einer Tasse Kaffee zu verweilen, könne sich die Landschaftsarchitektin gut vorstellen. Dafür, wie auch für den Bau einer Skulptur, in deren Bauch ein Bienvolk einziehen soll, sind weitere Fördermittel notwendig.

Fest jedoch steht, dass es Ende April 2019 eine Ausstellung mit Künstlerin Jeanette Zippel in Roldisleben geben wird. Annett Barnett kündigt schon jetzt eine spannende Schau an, da naturwissenschaftliche Erkenntnisse künstlerisch in Szene gesetzt werden. Außerdem konnte sie Bienenexperte Jürgen Tautz für die Vernissage gewinnen.

Einen ersten Eindruck der Garten- und Bienenkirche in Roldisleben gibt es schon jetzt. Ein kleiner Raum im Turm der Kirche wurde im Sommer vergangenen Jahres zu einem besonderen Ort hergerichtet. An einem Gestell hängen Bienenwachskerzen. Jede steht dabei für eine Familie im Ort. „Sie gelten als Zeichen der Gemeinschaft in Roldisleben, die in diesem Raum besonders spürbar werden soll“, erklärt sie. Außerdem können Besucher hier Bienenwachs in verschiedenen Altersstadien anfassen.

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