Bioenergiedorf Schlöben mit Thüringer Zukunftspreis geehrt

Eigene Energieversorgung, gute Infrastruktur, ein harmonisches Miteinander zwischen Jung und Alt - die Gemeinde Schlöben im Saale-Holzland-Kreis wurde am Donnerstag mit dem Thüringer Zukunftspreis ausgezeichnet.

Bürgermeister Hans-Peter Perschke nahm die Ehrung entgegen - doch nur durch das Engagement aller Schlöbener funktioniert das Zukunftskonzept.  Foto: Sascha Fromm

Bürgermeister Hans-Peter Perschke nahm die Ehrung entgegen - doch nur durch das Engagement aller Schlöbener funktioniert das Zukunftskonzept. Foto: Sascha Fromm

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Erfurt. Überreicht wurde die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung auf der 2. Thüringer Demografiekonferenz von Landtagspräsidentin Birgit Dietzel (CDU) und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Insgesamt hatten sich 50 Projekte beworben, zwölf kamen am Ende in die engere Auswahl. "Der Wettbewerb macht sichtbar, was alles möglich ist", lobte Lieberknecht das Engagement der Teilnehmer.

Schlöben hatte sich durch ein langfristiges Entwicklungskonzept unter dem Motto "Eine Gemeinde macht sich fit für die Zukunft" bereits seit geraumer Zeit einen Namen gemacht. Schon zu Beginn der 90er-Jahre wurde versucht, der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken. Mit Erfolg. Eine Umstellung auf Bioenergie, die gute Verkehrsanbindung sowie die Gewährleistung der medizinischen Versorgung sorgten dafür, dass die Einwohnerzahl über den gesamten Zeitraum zunahm. Mittlerweile wohnen 930 Menschen in der Gemeinde - Tendenz steigend.

"Allein in den letzten zehn Jahren haben wir rund 10 Millionen Euro investiert", erklärte gestern Bürgermeister Hans-Peter Perschke. So konnte beispielsweise eine neue LED-Straßenbeleuchtung installiert werden und für die Feuerwehr wurde ein neues Fahrzeug angeschafft. Auch für die Zukunft sieht sich die Gemeinde auf dem richtigen Weg. So soll das neu gebaute Familienzentrum mit Leben erfüllt werden und ein neuer Arzt angeworben werden. "Für all unsere Vorhaben können wir das Preisgeld sehr gut gebrauchen", so Perschke weiter. Bereits einen Tag zuvor war Schlöben in Hannover als "Bioenergiedorf 2012" ausgezeichnet worden. Die zusätzlichen 10.000 Euro werden ebenfalls investiert.

Ländliche Regionen besonders betroffen

Ende 2011 hatte Thüringen 2,2 Millionen Einwohner. Auch wenn der Wanderungssaldo in den letzten Jahren kontinuierlich zurückging: einen Grund für Entwarnung gibt es nicht. Bis zum Jahr 2030 wird der Freistaat noch einmal 400 000 Menschen verlieren. "Besonders in den ländlichen Regionen fehlt es an einer Perspektive", sagte Thüringens Generationenbeauftragter Michael Panse (CDU) mit Blick auf die Lage am Arbeitsmarkt.

Besonders wichtig für die älteren Menschen wiederum sei es, in den betroffenen Gebieten die Mobilität aufrecht zu erhalte. "Der Einsatz von Freiwilligendiensten und Kleinbussen könnte schon viel bringen", erklärte Panse. Ministerpräsidentin Lieberknecht brachte es auf den Punkt: "Ältere Menschen wollen angenommen werden, jüngeren Menschen muss man helfen, ihren Weg zu finden."

Der Zukunftspreis wurde gestern zum ersten Mal vergeben. Mit ihm sollen künftig alle zwei Jahre Projekte prämiert werden, die einen Beitrag zur Gestaltung des demografischen Wandels im Freistaat leisten. Die Jury in Erfurt zeichnete gestern auf der Messe noch zwei weitere Konzepte aus. So gingen 7500 Euro an das Projekt "Gemeinsam statt einsam" des Vereins "Generationswohnen" in Arnstadt-Ost. Als Drittplazierter kann sich der "Unternehmensnachfolge- und Gründerclub Gotha" über 5000 Euro freuen. Dieser berät Geschäftsleute bei der Suche nach geeigneten Nachfolgern für ihr Unternehmen.

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