Bücher-Bus verursacht Reparaturkosten von bis zu 7000 Euro

Mit dem Alter kommen die Sorgen. Immerhin 20 Jahre hat die Fahrbibliothek des Weimarer Landes inzwischen auf dem Blech. Weil das so ist muss der Kreis nach Auskunft von Kulturamtsleiter Hans Jürgen Giese jährlich mittlerweile zwischen 5000 und 7000 Euro für Reparaturen ausgeben.

Das Archivbild zeigt die Fahrbibliothek im August 2011 in Großromstedt. Foto: Peter Hansen

Das Archivbild zeigt die Fahrbibliothek im August 2011 in Großromstedt. Foto: Peter Hansen

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Weimar. Dass sich das bessert, davon geht er nicht aus. Und so gibt es seit geraumer Zeit zwangsläufig Überlegungen, wie man denn die Neuanschaffung eines Ersatzfahrzeuges bewerkstelligen kann. Schätzungsweise 300 000 Euro sind dafür voraussichtlich aufzuwenden. Geld, das der Kreis in der Höhe einfach nicht zur Verfügung haben dürfte.

Deshalb wendeten sich der Landrat Hans-Helmut Münchberg (ptl.) und der Bildungsausschusschef Hans-Jürgen Häfner (SPD) im vergangenen Jahr schriftlich an das Thüringer Kultusministerium. – Ein positives Signal in Sachen Fördermittel gibt es bislang aber nicht, weiß Giese.

Dass die Fahrbibliothek auch künftig über die Dörfer rollen muss, steht für den Kulturamtsleiter indes außer Frage. Der Bedarf sei im ländlichen geprägten Kreis nämlich vorhanden. So gibt es zwischen 80 und 85 Haltepunkte, die das Gefährt bei den vier Touren insgesamt ansteuert. Auch das Angebot an Büchern und sonstigen Medien konnte nach der Fusion der eigenen mit den Beständen der Stadt Apolda spürbar erweitert werden. Die Leser – bei der Fahrbibliothek sind laut Verwaltung 1100 fest angemeldet – danken es. Zudem: Die Zahl der Ausleihen steigt kontinuierlich, zumal die Stammleser weitere Personen mit Lesestoff versorgen, so dass die Fahrbibliothek laut Giese auf über 12 000 Benutzer kommt.

Die Kreis-Fahrbibliothek mit Fahrer und Leiterin Heike Schwalm an Bord steuert außerdem auch Schulen und Kindergärten an. Sie habe, so Giese, also auch einen Bildungsauftrag. Nicht zuletzt sorge sie ja auch dafür, dass selbst die abgelegensten Ecken im Kreis nicht gänzlich von allem abgeschnitten sind. Da, wo einst Gemeindebibliotheken öffneten, hält nun eben der Bücherbus. Zu diesem steuern die beteiligten Gemeinden zusätzlich zur Kreisumlage jährlich 51 Cent pro Einwohner bei. Dieses Geld, so Hans Jürgen Giese, sei gut angelegte, denn es komme den Bürgern letztlich unmittelbar zugute.

Gerade weil alle davon reden, dass man den ländlichen Raum stärken müsse, müsse man das Angebot Fahrbibliothek aufrecht erhalten. Neben dem Weimarer land gebe es ein solches nur noch in Erfurt, betonte Hans Jürgen Giese.

Dass deren Bedeutung seit Jahren erkannt und anerkannt sei, beweise unter anderem die kontinuierliche jährliche Unterstützung der Sparkasse Mittelthüringen mit 1500 Euro.

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