Bürgerinitiative geht wegen Ortsumgehung in Offensive

Greußen. Die Belastung durch 18000 Fahrzeuge täglich sind für die betroffenen Anwohner nicht länger auszuhalten.

<p>Als sie ein Kind war, erzählt Gabriele Rink, war es die idyllischste Spielstraße der Stadt. Heute ist Gabriele Rink 61. Sie lebt noch immer im selben Haus. Doch auf die Straße könnte man heute kein Kind mehr lassen. Laut einer aktuellen Verkehrszählung passieren innerhalb eines Tages fast 18000 Fahrzeuge den Ort, darunter 20 Prozent Schwertransporte. Die Bundesstraße?4 durch Greußen wird so immer mehr zu einer Belastung für die Bürger, vor allem für jenen, die direkt an der Straße wohnen.Etwa 500 Personen sind direkt betroffen. Für die Bürgerinitiative Ortsumgehung B4 ist es allerhöchste Zeit zu handeln.</p> <p>"Wir können so nicht weiterleben", sagt Gudrun Knoch, Vertreterin der Bürgerinitiative, die sich vergangenes Jahr gründete. Denn an gute Worte und Versprechungen glaubte man schon lange nicht mehr. "Der Baubeginn sollte 2012 sein, wir haben darauf vertraut, und es ist nichts passiert, wir wurden als Bürger lange hingehalten und letztendlich fallen gelassen", drückt sie ihren Unmut aus. Dass die Menschen vom jetzigen Zustand krank werden, meint sie im wörtlichen Sinne. Knoch selbst hat laut eigener Aussage seit Jahren mit Schlafstörungen zu kämpfen. Welche Folgerscheinungen das haben kann, weiß die Leiterin zweiter Altenpflegeheime nur zu gut</p> <p>Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, lud sie am Freitag zu einer Gesprächsrunde mit anschließender Ortsbegehung, an der neben Bürgermeister René Hartnauer (SPD), Hans-Jürgen Range von der Kreis-Straßenverkehrsbehörde sowie Landrätin Antje Hochwind und Bundestagsabgeordneter Steffen Claudio Lemme (beide SPD) teilnahmen.</p> <p>Als kurzfristige Entlastung kam die Einrichtung einer Tempo-30-Zone zwischen 22 und 6 Uhr zur Sprache. Die entsprechenden Unterlagen liegen derzeit aber noch beim Landesverwaltungsamt. "Bei einem Lkw-Durchfahrverbot werden wir uns jedenfalls die Zähne ausbeißen", so Hans-Jürgen Range. Die Bürgerinitiative will nun in die Offensive gehen. Zu Beginn der kommenden Woche wird die Grünen-Landtagsabgeordnete Jennifer Schubert in Greußen sein. Sie ist nicht nur zuständig für Verkehr, sondern auch für Petitionen berechtigt. Mit einer solchen will die Bürgerinitiative nun weiter Druck machen.</p> <p>Den soll auch Thüringens Bauminister Christian Carius (CDU) spüren. Wie Bundespolitiker Lemme berichte, gilt ab 2015 eine neue Bundesverkehrswegeplanung. Es sei Aufgabe des Ministers, die Prioritäten aus Thüringer Sicht nach Berlin zu melden. Mehr habe Lemme von Carius aber nicht erfahren können, sagte er. In der zweiten Augustwoche wolle man den Minister deshalb nach Greußen einladen, um Rede und Antwort zu stehen.</p>

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