CDU-Kandidat Niklas Waßmann will wieder eine klare Sprache finden

Erfurt  Stadtratskandidaten vorgestellt Niklas Waßmann kandidiert für die CDU für den Stadtrat auf Listenplatz 9

Niklas Waßmann geht mit seiner Wahlkampfzeitung von Tür zu Tür.

Niklas Waßmann geht mit seiner Wahlkampfzeitung von Tür zu Tür.

Foto: Michael Keller

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Sonne und Regenschauer wechseln. Niklas Waßmann nimmt es gelassen. Er schnappt sich einen Packen Wahlkampfzeitungen. „Auf neuen Wegen“ steht auf Seite 1. Die Zeitung möchte er gern persönlich überreichen. Nicht nur im größtenteils gut situierten Marbach, wo er mit seiner Familie zu Hause ist. Nein auch in der Andreasvorstadt, in der Brühler Vorstadt, in Ilversgehofen, am Berliner Platz, am Johannesplatz, dort wo die Menschen in den Plattenbauten ganz andere Sorgen haben. Und genau um die geht es ihm, wie er sagt. Er will zuhören und diskutieren, überzeugen, wenn möglich.

Niklas Waßmann ist 1985 in Eschwege geboren. Aufgewachsen ist er freilich in Elxleben an der Gera. Ins Gymnasium ging er in Gebesee. Seine persönliche politische „Initialzündung“, sei, wenngleich das ein sehr schlimmer Moment war – der Gutenberg-Amoklauf gewesen. „Das hat mich als Schüler sehr getroffen“, sagt der junge Protestant. Und ihn zugleich politisiert. Er gründete die Schüler-Union.

„Kommunalpolitik ist Kontaktsport“

Politik muss von der Mitte aus gemacht werden. Davon ist der 34-Jährige CDU-Mann, der im Herbst auch in den Landtag einziehen möchte, überzeugt. Kompromisse ja, aber Politik müsse auch unterscheidbar sein, sagt er. Wichtig sei ihm dabei, mit Stil um eine Sache zu ringen, nicht sein Gegenüber runterzumachen und zu beleidigen. Es müsse immer möglich sein, miteinander zu reden. Spricht‘s und klingelt an der nächsten Tür, stellt sich vor und bietet ein Gespräch an, sollte Bedarf bestehen. Jeder der besuchten Marbacher tritt ihm freundlich entgegen, nimmt, bis auf eine Dame, sein Wahlkampfblatt entgegen. Das sei, so Waßmann, aber nicht immer so.

Er wolle nicht als Opposition in den Stadtrat gehen, sagt der Unionist, der seine Brötchen beim Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft verdient und in diesen Tagen regelmäßig nach Feierabend loszieht, um für sich zu werben. Wobei, etwas Stadtratsluft hat er schon geschnuppert. Waßmann ist sachkundiger Bürger im Ausschuss für Bildung und Sport im Stadtrat.

Die Bundesgartenschau bewegt ihn. Aber etwas stört ihn. Die Buga müsse mehr zu einem Wir-Gefühl führen. Die Leute sollen sagen „Es ist unsere Buga“. Waßmann fehlt die Verbundenheit. Bis jetzt. Noch ist genug Zeit dafür, Häuser, Balkons und Fenster mit Pflanzen zu schmücken. Eben eine „Mitmach-Buga“ daraus zu machen. Er wolle, dass die Erfurterinnen und Erfurter besser eingebunden werden in dieses Riesenprojekt, sich aber auch selber einbringen.

„Kommunalpolitik ist Kontaktsport“, sagt Waßmann und klingelt, spricht den Türöffner direkt, freundlich und offen an. Er meint, ohne direkten Kontakt bekomme man von den Problemen der Leute doch nichts mit, könne demzufolge auch nichts ändern, verbessern, abstellen.

Bildung, Sport, Stadtentwicklung, Wirtschaft und Finanzen – das seien die Felder, in der er sich vorstellen könnte, im neuen Stadtrat etwas zu bewegen. Das Hintergrundwissen hat er. Durch sein Studium – Volkswirtschaft und Philosophie. Seltsame Mischung. Sagt er selber.

Zum Vorschlag des OB, für die Finanzierung des Schulsanierungsprogramms die Kowo an die Stadtwerke zu verkaufen, hat er eine dezidierte Meinung. Klar, der Investitionsstau sei da. Der wurde seit Jahren immer größer. Passiert sei da schon zu wenig, man habe zu spät auf die Entwicklung reagiert, sagt er. Denn die Prognosen, auf deren Grundlagen hier Stadtpolitik gemacht wurde, stimmten doch schon lange nicht mehr. Und er schlägt alternativ vor, die Finanzen durch den Verkauf der Erfurter Bahn aufzubessern.

Für die mittelständisch geprägte Wirtschaft in Erfurt würde Niklas Waßmann gern für weniger Bürokratie sorgen. Und das Thema Wirtschaftsausbildung schon in den Regelschulen verankern. Leute zusammenbringen nennt er es.

Dazu gehöre auch die Integration junger Leute, die über die Flüchtlingsbewegung nach Erfurt gekommen sind. Da könne man in der Stadt noch einiges tun.

„Wir müssen wieder ein klare Sprache finden, den Menschen die Zusammenhänge verständlich und deutlich machen. Das ist die Aufgabe von Politik, die Aufgabe einer Volkspartei“, so der CDU-Kandidat. Und dann klingelt er an der nächsten Tür, um sich vorzustellen. Und gegebenenfalls zuzuhören.

Vor der Kommunalwahl am 26. Mai stellen wir die Kandidaten der antretenden Parteien vor. Das Los hat entschieden: Wer auf Listenplatz 9 steht, wird in dieser Serie porträtiert.

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