Countdown für Obstbaumuseum

Kleinfahner  Noch vor dem 200. Todestag von Johann Volkmar Sickler soll zur Eröffnung eingeladen werden

Das Fachwerk der Scheune wird zur Zeit neu verfüllt. Es wird die Kulisse im späteren Außenbereich des Obstbaumuseums bilden.

Das Fachwerk der Scheune wird zur Zeit neu verfüllt. Es wird die Kulisse im späteren Außenbereich des Obstbaumuseums bilden.

Foto: zgt

Einig ist man sich darin, dass bis März 2020 alles geschafft sein soll. Bis zum 200. Todestag von Johann Volkmar Sickler soll das „Thüringer Obstbaumuseum“ die neue Attraktion der Fahner Höhe sein – und von Kleinfahner speziell. Einig sind sich die Gemeindevertretung und der Kulturverein. Die favorisierten Wege zum Ziel unterscheiden sich allerdings.

1770 wurde Pfarrer Sickler von Friedrich Wilhelm von Seebach, dem Dompropst von Naumburg, auf sein Gut nach Kleinfahner geholt, um sich dort ganz speziell um den Obstbau zu kümmern. In Kleinfahner entwickelte Sickler dann heute noch gebräuchliche Veredlungsmethoden, er entwickelte Konzepte für Plantagen, prägte die Region der Fahner Höhen, machte sie zu einem der bekanntesten Thüringer Obstbaugebiete. Eine Tafel, die an Sickler erinnert, hängt bereits im Ort, mit dem Obstbaumuseum soll ihm jetzt ein Denkmal gesetzt werden.

Platziert werden soll dieses in der ehemaligen Dorfgaststätte im Rautenkranz. Die zum Gehöft gehörende Scheune nebst den einstigen Stallungen und Wirtschaftsgebäuden möchte der Kulturverein mit einbeziehen. Und er ist schon seit Jahren tatkräftig dabei. Stück für Stück nehmen die Räume Kontur an. Räume, in denen der Verein gern das Museum unterbringen möchte. Balken wurden ersetzt, das Dach isoliert, Fachwerk ausgefüllt. Etwa 40 Quadratmeter sollen in der einstigen Remise zum Museum gemacht werden. Wie Hartmut Lipprand vom Kulturverein erklärt, soll bis zum Jubiläum auch das Außengelände fertig sein, durch das künftig ein barrierefreier Zugang möglich sein wird. Geplant sei für dieses einen alten Hühnerstall wieder so herzurichten, wie er einst genutzt wurde, aus Gispersleben liege ein Angebot für einen über 100 Jahre alten historischen Bienenwagen vor.

Finanziellen Aspekt außer Acht gelassen

Außer Acht gelassen hätten die Vereinsmitglieder allerdings einen finanziellen Aspekt, erklärt Bürgermeister Ulf Henninger. Denn für das Obstbaumuseum wurden bereits Fördermittel ausgereicht, für den Ausbau eines Raumes hinter dem Saal im vorderen Gebäude. Die Einrichtung steht bereits, nur wird der Raum derzeit zur Vorbereitung für Veranstaltungen genutzt – was so nicht geplant war. Der Bürgermeister betont, dass von Beginn an fest gestanden habe, dass das Museum in diesen Raum kommen werde, nur dafür sei die Förderung bewilligt worden. Sollte das Museum jetzt in andere Räume kommen, müssten die Fördermittel wieder zurückgezahlt werden. Dies sei auch dem Kulturverein bekannt gewesen. Auch, dass der Zugang letztendlich nicht barrierefrei sein wird, sondern über das Treppenhaus führt.

Fakt sei, dass bis Sicklers Todes-Jubiläum eröffnet werde. Dort, wo gefördert wurde. Auch die Vitrinen für die Exponate stehen bereits parat, zahlreiche Zeittafeln wurden bereits gedruckt. Der Außenbereich mit der Remise und dem Speicher müsse gesondert betrachtet werden. Henninger ist sich sicher, dass sich die Räume leicht ins Ausstellungskonzept integrieren lassen. Schließlich gebe es viele größere Exponate, die es wert seien, gezeigt zu werden und für die im eigentlichen Museum kein Platz sein werde.

Der größere, hintere Teil, die Scheune, soll für Veranstaltungen hergerichtet werden. Dies sei dann der letzte Abschnitt beim Ausbau des Gehöftes. Die Scheune wurde bereits entkernt und gesichert. Derzeit wird Stück für Stück das Fachwerk neu verfüllt und mit Lehmputz verstrichen.

Rund um den „Rautenkranz“ wird es noch über Jahre Arbeit geben. Aber jetzt schon ist zu erkennen, dass sich diese lohnt, dass irgendwann ein richtiges Schmuckstück in der Dorfmitte stehen wird.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.