Dachwig nach dem Katastrophen-Wochenende

Dachwig  Die Aufräumarbeiten dauern noch immer an – Der Kindergarten soll noch diese Woche wieder genutzt werden – Starker Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft

Sie sind gekommen, um zu helfen: Michael Stiller und Rolf Würfel. Im Hintergrund liegt der sperrmüllreifer Hausrat aus dem Keller.Fotos: Patrick Krug (2)

Sie sind gekommen, um zu helfen: Michael Stiller und Rolf Würfel. Im Hintergrund liegt der sperrmüllreifer Hausrat aus dem Keller.Fotos: Patrick Krug (2)

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Es ist kein gewöhnlicher Montagmorgen in Dachwig. Und es ist kein gewöhnliches Wochenende, das hinter den Einwohnern liegt. Nachdem am Samstag eine Schlammlawine durch die Herbslebener Straße und einen Teil des Neubaugebiets am Lützer See gerollt ist, laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.

Emsiges Treiben herrscht auf den sonst so ruhigen Straßen. Große Laster mit Pump- und Absauganlagen säumen die Herbslebener Straße. Viele haben sich Urlaub genommen. Familien, Freunde, Nachbarn sind gekommen und helfen. Vor den Häusern türmen sich mit Schlamm bedeckte Möbel und Hausrat. Die, die hier so emsig aufräumen, haben am Wochenende kaum ein Auge zubekommen und sind auch den gesamten Sonntag in Aktion gewesen.

Bei Anwohnerin Rita Schwarz liegt noch der Schlauch in der Einfahrt, mit dem ihr Keller ausgesaugt wurde. Sie habe Glück gehabt, sagt sie. Im Keller hatte sie keinerlei elektrische Geräte, bis ins Erdgeschoss sei das Wasser nicht gekommen. „Die Feuerwehr hatten wir am Samstag erstmal zu den Nachbarn weiter geschickt, die hat es schlimmer getroffen.“

Schräg gegenüber stehen Michael Stiller und Rolf Würfel vor einem großen Berg schlammbedeckten Sperrmülls: „Kann alles weg. Noch schlimmer ist, dass die Heizung ebenfalls hin ist.“

Der Schrecken steckt ihnen und Nachbarin Schwarz noch in den Gliedern. Aber es ist ihnen wichtig, zu sagen, dass sie unendlich dankbar sind für all die vielen Helfer, die sich in Dachwig seit Samstagabend gegenseitig unterstützen. Gemeint sind vor allem auch die freiwilligen der Feuerwehren. Und Baumaschinenhändler Patrick Israel sowie die Firma Bauer aus Walschleben, deren Bagger im Dauereinsatz gewesen sind, um den Schlamm zu beseitigen.

Auch Jens Panse (FDP), stellvertretender Bürgermeister, lobt die Arbeit der Einsatzkräfte und den Gemeinschaftssinn im Ort. Bürgermeister Volker Aschenbach hat er via Handy über die Katastrophe verständigt – Aschenbach selbst ist derzeit auf Kreuzfahrt-Urlaub. Was aber nichts daran ändert, dass die Gemeinde alles in ihrer Macht stehende zur Unterstützung tut. Denn die Kita an der Herbslebener Straße ist vorerst nicht nutzbar. Vor allem die Küche und sämtliche Geräte sind nicht mehr zu gebrauchen. Vorerst sind die Kinder in einer Notgruppe im Gemeindehaus untergebracht. Noch diese Woche sollen sie an die Herbslebener Straße zurückkehren.

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