Das Medizinische Versorgungszentrum in Bad Frankenhausen ist insolvent

Kyffhäuserkreis  Die Eigenverwaltung für das Medizinische Versorgungszentrum in Bad Frankenhausen und das Pflegeheim in Artern ist beantragt worden.

Im Klinikum in Bad Frankenhausen hat auch das Medizinische Versorgungszentrum seinen Sitz. Im Kyffhäuserkreis betreibt es mehrere Arztpraxen.

Im Klinikum in Bad Frankenhausen hat auch das Medizinische Versorgungszentrum seinen Sitz. Im Kyffhäuserkreis betreibt es mehrere Arztpraxen.

Foto: Dirk Bernkopf

Die Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg zieht jetzt auch die Insolvenz ihres Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Bad Frankenhausen nach sich.

Das Amtsgericht in Mühlhausen hat gestern das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet. Das teilte der Betreiber mit. Beschäftigt sind 117 Mitarbeiter an mehreren Standorten im Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Sömmerda. MVZ-Geschäftsführer Michael Steinhauer erklärte, dass der Praxisbetrieb weiter laufe. „Es ist sichergestellt, dass wir unsere Patienten auch weiterhin vollumfänglich an allen Standorten behandeln werden und unseren Versorgungsauftrag erfüllen.“

Insolvenz wurde bereits für das Alten- und Pflegeheim in Artern beantragt. Für das Medizinische Versorgungszentrum in Teltow-Fläming wird der Antrag noch geprüft, erklärte der Sprecher der DRK-Krankenhausgesellschaft, Martin Wohlrabe.

Dorit Schwamberger von der Kanzlei „Eckert Rechtsanwälte“ wurde vom Gericht als vorläufige Sachwalterin bestimmt.

Grund für die Insolvenzen sei nach Angaben der Krankenhausgesellschaft die wirtschaftlich schwierige Situation der Töchter sowie der Muttergesellschaft. Die DRK-Krankenhausgesellschaft hatte nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten tägliche Verluste von rund 20.000 Euro verzeichnet. Im Herbst hatte die Gesellschaft zunächst angekündigt, die Chirurgie in der Manniske-Klinik in Bad Frankenhausen schließen zu wollen, Im November kündigte sie das Aus für die gesamte Klinik an. Vor einer Woche wurde die Insolvenz in Eigenverwaltung der Gesellschaft mit vier Kliniken in Bad Frankenhausen, Sömmerda, Sondershausen und Luckenwalde (Brandenburg) bekannt gegeben.

Die Eigenverwaltung eröffnet der Krankenhausgesellschaft unter der Aufsicht des vom Gericht bestimmten Sachwalters, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. Der Geschäftsbetrieb kann fortgeführt werden.

Unterdessen arbeitet der Kyffhäuserkreis weiter an der geplanten Übernahme der Kliniken in Bad Frankenhausen und Sondershausen. „Dabei müssen die Strukturen des Medizischen Versorgungszentrums berücksichtigt werden“, teilte der Sprecher des Landratsamtes, Heinz-Ulrich Thiele, mit. Auch sie seien wichtig.

Eine Tochtergesellschaft des Südharz-Klinikums, an der sich der Kyffhäuserkreis beteiligen will, soll die Kliniken in Sondershausen und Bad Frankenhausen übernehmen. An einem Angebot werde gearbeitet, hieß es bereits vergangene Woche. Dienstag wurden dafür im Nordhäuser Kreistag die Weichen gestellt. Der Kreis Nordhausen ist Hauptanteilseigner am Südharz-Klinikum. Die Gründung der Tochter ist notwendig, um den Ausbau des Geschäftsbetriebs durch die Übernahme oder den Erwerb weiterer Krankenhäuser zu ermöglichen, hieß es. Der Beschluss bedeute aber keinen Kauf oder eine Übernahme, so Landrat Jendricke.

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