DDR-Zeiten in Nohra stilecht wieder erweckt

Nohra  4. Ost-Camping-Treffen auf dem Campingplatz am Hünstein. Großes Interesse an historischen Fahrzeugen.

Jürgen Wolter aus Wernrode auf seinem sehr seltenem Motorrad Ifa RT 152/2 Halbnabe. 

Jürgen Wolter aus Wernrode auf seinem sehr seltenem Motorrad Ifa RT 152/2 Halbnabe. 

Foto: B. Eckstein

Wenn sich junge Frauen in Dederon-Kittelschürzen kleiden, DDR-Flaggen an Campingwagen flattern und der Titel Jugendliebe von Ute Freudenberg aus dem Lautsprecher erklingt, dann ist auf dem Campingplatz am Hünstein in Nohra wieder Ost-Camping-Klassiker-Treffen. Zum vierten Mal hatten am Pfingstwochenende Platzbetreiber Torsten Nucke und der Ost-Klassiker-Klub Wolkramshausen zu dieser Veranstaltung eingeladen. Und auch in diesem Jahr fanden wieder zahlreiche Besitzer und Fans von historischen Campern sowie Fahrzeugen aus Ostproduktion den Weg an den Hünstein.

Die Idee zu diesem Treffen hatte Torsten Nucke, als er den Campingplatz übernahm und nach neuen Konzepten suchte, um den Platz wieder Leben einzuhauchen. Da Nucke Mitglied im Ost-Klassiker-Klub ist, fragte er damals im Verein nach, ob Interesse an solch einer Veranstaltung besteht. Das Interesse war da und einige Klubmitglieder sind auch selbst Besitzer historischer Camper. Und so stand dem ersten Treffen der Ost-Camping-Fans nichts mehr im Wege.

Vier Anhänger beim ersten Treffen

„Damals starteten wir mit vier Anhängern aus dem Verein und etwa drei Gästen mit ihren Campern“, erzählt Hubert Rein, Vorsitzender des Ost-Klassiker-Klubs, von den Anfängen. „Seitdem hat sich das Treffen stetig vergrößert. In diesem Jahr haben wir bereits knapp 40 Campinganhänger, Zugfahrzeuge, alte Motorräder und anderes zu Gast“, sagt Rein. Die Kennzeichen der Fahrzeuge zeigen, dass die Veranstaltung längst über die Kreisgrenzen bekannt ist. Die Gäste kommen unter anderem aus Erfurt, Apolda, dem Eichsfeld, Mühlhausen, Borna oder auch Niedersachsen.

„Die Werbung für das Treffen geht schon immer Anfang des Jahres los. Wir inserieren auch in Zeitungen und im Internet. So wird die Veranstaltung unter den Besitzern der Fahrzeuge breit bekannt gemacht und auch von der Bevölkerung wird sie gut angenommen“, berichtet Hubert Rein. „Wir vom Verein unterstützen das Treffen und das Engagement von Torsten Nucke gerne. Ich finde es bemerkenswert, dass die ganze Familie Nucke mit dabei ist und Torsten Nucke auch immer selbst am Herd steht und für die Verköstigung sorgt“.

Viele Besonderheiten warteten am Pfingstwochenende auf die Besucher. So präsentierte Jürgen Wolter aus Wernrode sein Motorrad IFA RT 125/2 Halbnabe. Die Maschine, die 1957 gebaut wurde, gehört zu den ganz seltenen DDR-Motorrädern. Wolter, eines der Mitglieder des Ost-Klassiker-Klubs, hat das Motorrad mit Original-Teilen selbst wieder aufgebaut.

Eines der teuersten Autos aus DDR-Zeiten ist im Besitz von Andreas Köber aus Ecklingerode im benachbarten Eichsfeld. Der Dacia 1300 mit Magnesium-Felgen wurde 1971 auf Renault-Basis gebaut und war dazumal nur über Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH (Genex) erhältlich. Trotz seiner fast 50 Jahre befindet sich der Dacia noch immer im Originalzustand.

Aufsehen erregten auch Andrea und Thomas Schöbel aus Berlstedt mit ihren Wohnanhängern. Das Paar war zum ersten Mal in Nohra und zeigte sich ganz begeistert vom Camper-Treffen. Angereist war das Paar mit dem berühmten Dübener Ei. Neben dem originalen Wohnwagen stand aber noch eine Ausgabe im Mini-Format. Das kleine Ei hat Thomas Schöbel selbst gebaut, um ihn an das Motorrad seiner Frau hängen zu können. Aufgebaut auf ein Fahrgestell eines Trabi-Anhängers, bietet auch der Mini genug Platz, um darin zu zweit zu schlafen.

Ganz stilecht kommt die Reisegruppe Fröhlich aus Borna und Erfurt daher. Vom Wartburg über die Vorzelte bis zum Campinghocker ist alles aus den 80er Jahren. Neben den präsentierten Fahrzeugen gab es eine Hüpfburg für den Nachwuchs, Trecker-Rundfahrten, Lagerfeuer sowie eine Disco mit Lichtshow und Filmvorführung.

Selbstverständlich reist auch der DJ mit einem DDR-Wohnwagen an, in dem er ein fahrbares Tonstudio eingebaut hat. Auch Stände mit DDR-Trödelware, wo viele Erinnerungen wach wurden, war zu finden.