Der Landkreis Nordhausen bleibt von Masern verschont

Nordhausen  Nordhäuser Gesundheitsamt verzeichnet keine Krankheitsfälle in den letzten Jahren. Viele schützen sich durch eine Impfung.

Nur durch eine rechtzeitige Impfung lassen sich Masern wirksam bekämpfen.

Nur durch eine rechtzeitige Impfung lassen sich Masern wirksam bekämpfen.

Foto: Marco Kneise

Er will die Masern ausrotten. Das hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest vorgenommen. Dieses Ziel will er mit der Einführung einer Impfpflicht erreichen. Geht es nach ihm, so darf künftig kein Kind mehr einen Kindergarten oder eine Schule besuchen, wenn es nicht gegen die Masern geimpft ist – andernfalls drohen ein Kindergarten-Ausschluss oder eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 2500 Euro. Noch ist das Gesetz nicht beschlossen. Doch wie wird derzeit in den Nordhäuser Einrichtungen mit dem Thema umgegangen?

„In den Schulen besteht momentan weder für die Schüler, noch für die Lehrer eine Impfpflicht“, betont Peter Danne, stellvertretender Amtsleiter des Schulamtes Nordthüringen. Auch in den Kindergärten der Johanniter gebe es aktuell keine Impfpflicht. „Wenn ein Kind in unserer Einrichtung angemeldet wird, muss es nachweislich gesund und bei der Impfberatung gewesen sein“, erläutert Carsten Grimme, Bereichsleiter strategische Kommunikation und Vertrieb, das Prozedere. Die Johanniter würden sich damit auch an den Vorgaben des Gesetzgebers orientieren. In den von der Stadt betriebenen Kindergärten wird das ähnlich gehandhabt. „Da es bis dato keine Impfpflicht gibt, müssen nicht alle Kinder einen empfohlenen altersgemäßen Impfstatus haben“, so Stadtsprecher Lutz Fischer. Bei Aufnahme in die Kindertageseinrichtung sei jedoch neben der Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung des Kindes eine schriftliche Bescheinigung zum Impfstand sowie der Beratung zu einem vollständigen, altersgemäßen Impfschutz vorzulegen. „Dies ist zum einen im Infektionsschutzgesetz sowie nach dem Kita-Gesetz des Landes Thüringen vorgeschrieben“, teilt Lutz Fischer weiterhin mit. Das diene auch dem Schutz aller Kinder, insbesondere denen, welche aus anderen gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Generell werde bei Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung ein vollständiger Impfstatus befürwortet, heißt es aus dem Gesundheitsamt des Landkreises. Die Durchimpfungsrate habe 2017/2018 bei 95 Prozent gelegen. Das scheint sich ausgezahlt zu haben. Denn: „In den letzten Jahren hat es im Landkreis keinen meldepflichtigen Masernfall gegeben“, teilt die Behörde weiter mit. Zwar seien 2017 und auch dieses Jahr Verdachtsfälle aufgetreten, die sich jedoch als Impfmasern herausgestellt hätten, also keine Erkrankungsfälle waren.

Wenn der Verdacht auf eine Masernerkrankung besteht, werden dem Gesundheitsamt zufolge die Kontaktpersonen ermittelt, der Impfstatus überprüft, der Betroffene isoliert und die Empfehlung zu diagnostischen Maßnahmen zur Sicherung der Diagnose ausgesprochen. Wer in Verdacht steht, an Masern erkrankt zu sein, erhalte eine sogenannte Riegelungsimpfung. Dabei handelt es sich um eine Impfung, die nach dem Ausbruch einer Erkrankung eingeleitet wird, mit dem Ziel, die weitere Verbreitung des Erregers zu unterbinden.

Der beste Schutz vor einer Masernerkrankung ist laut Gesundheitsamt die Grundimmunisierung, die zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen umfasst. „Nur durch rechtzeitige Impfung lassen sich Masern wirksam verhindern“, so die Behörde. Die Krankheit sei vor allem wegen ihrer Folgen so gefährlich. „Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung treten in bis zu 15 Prozent der Fälle auf. Gefürchtet ist vor allem die Gehirnentzündung, die bei 30 Prozent der Betroffenen tödlich enden kann“, so das Gesundheitsamt. Bei etwa 25 Prozent bleiben geistige und körperliche Dauerschäden zurück.