Die Deutsche Wurststraße soll im Eichsfeld beginnen

Bornhagen (Eichsfeld). Die Idee gärt schon etwas länger in den Köpfen von Klausenhofwirt Klaus Röhrig und HVE-Geschäftsführer Hans-Georg Kracht. Doch jetzt sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Dass das Eichsfeld über eine ganz hervorragende Tradition in Sachen Wurstherstellung verfügt, davon ist auch Manuela Röhrig aus Bornhagen überzeugt. Jetzt soll diese Tradition nicht nur im Museum weiterleben, sondern gesichert und vermarktet werden. Foto: Silvana Tismer

Dass das Eichsfeld über eine ganz hervorragende Tradition in Sachen Wurstherstellung verfügt, davon ist auch Manuela Röhrig aus Bornhagen überzeugt. Jetzt soll diese Tradition nicht nur im Museum weiterleben, sondern gesichert und vermarktet werden. Foto: Silvana Tismer

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Geht es nach den beiden und einigen Mitstreitern, dann soll es eine neue touristische Straße in Deutschland geben, deren Mittelpunkt das Eichsfeld ist: Die Deutsche Wurststraße. Klaus Röhrig zählt gelungene Beispiele für touristische Vermarktung bestimmter Regionen auf. "Die Deutsche Weinstraße zum Beispiel, die Deutsche Fachwerkstraße oder die Alleenstraße. Im Eichsfeld berühren wir ja auch noch die Deutsche Märchenstraße."

Punkten könne das Eichsfeld vor allem durch seine Hausschlachtetradition und die hervorragenden Wurstspezialitäten, für die es weit über die regionalen Grenzen hinaus berühmt ist. Das möchten Röhrig und Hans-Georg Kracht als Ausgangspunkt für eine zukünftige Deutsche Wurststraße nehmen, deren Mittelpunkt das Eichsfeld sein könnte und die von hier aus in alle Richtungen ausstrahlt.

"Thüringen ist ein Wurstland, nehmen wir nur mal die berühmte Thüringer Bratwurst", sagt Hans-Georg Kracht. Mit dem Thüringer Bratwurstmuseum habe man diesbezüglich bereits Kontakt aufgenommen und sei mit der Idee auf sehr weit offene Ohren gestoßen. Im jüngsten Marketing-Ausschuss des Heimat- und Verkehrsverbandes sei das Thema bereits kurz angerissen worden, bestätigt Kracht.

"Und im nächsten wird es das Hauptthema sein." Schließlich passe die Idee einer Deutschen Wurststraße hervorragend in das Konzept der Genuss-Bus-Touren und man könne im Eichsfeld auf eine ganze Menge Direktvermarkter nicht nur in der Eichsfelder Erzeugerbörse zurückgreifen. "Ich glaube, wir bekommen da etwas sehr Gutes und Vernünftiges", ist Kracht von der Idee überzeugt, die jetzt in die Feinarbeit geht.

Er geht aber in seinen Überlegungen sogar noch einen Schritt weiter und denkt bereits über Beschilderungen nach, die allerdings dann natürlich verkehrsrechtlicher Anordnungen der entsprechenden Behörden bedarf. Aber da werde man ebenfalls gute Lösungen finden. Es sei sogar eine Vereinsgründung angedacht, fügt Klaus Röhrig hinzu, der die Aktivitäten gemeinsam mit dem HVE bündeln, vorantreiben und realisieren soll.

Beim Thema Wurst geht der Klausenhofwirt sogar noch einen Schritt weiter. Ebenso in Zusammenarbeit mit dem HVE und dem Veterinäramt soll es in absehbarer Zeit Hausschlachtelehrgänge geben. "Die Zahl derjeniger, die dieses Handwerk noch beherrschen, nimmt rapide ab", sagt er. Und es wäre schade, wenn dieses Wissen und auch die regional unterschiedlichen Rezepturen verloren gingen, die von Generation zu Generation weitervererbt werden.

In Hausschlachter Joseph Riethmüller habe er schon einen Partner gefunden. Geplant ist, einen Grundlehrgang regelmäßig anzubieten, in dem Interessierte die Fleischverarbeitung beherrschen lernen. Und in einem Aufbaulehrgang gemeinsam mit dem Veterinäramt sollen rechtliche Grundlagen, die tierschutzrechtlichen Dinge und die Fleischbeschau vermittelt werden, sodass man, wenn man will, in der Lage sein wird, eine Hausschlachtung von A bis Z vorzunehmen.

Jetzt hofft Röhrig, dass sich zahlreiche Hausschlachter und auch Interessierte finden, um diese Kurse stattfinden und den ersten im Herbst starten zu lassen. Interessierte können sich jederzeit im Klausenhof melden.