Die Fronten haben sich weiter verhärtet

Creuzburg  Stadtrat Creuzburg nimmt Beschluss für den Umbau der Praetoriusschule durch die Verwaltungsgemeinschaft zurück

In ihrer Zusammenkunft am Dienstagabend nahm Creuzburgs komplett anwesender Stadtrat bei einer Enthaltung den vor einem Jahr gefassten Beschluss zurück, in dem die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hainich-Werratal als Träger der Umbau-Maßnahme Praetoriusschule ein Nutzungskonzept vorlegen sollte. Mit fünf Enthaltungen wird im nächsten Beschluss Creuzburgs Bürgermeister Ronny Schwanz (CDU) beauftragt, ein solches Konzept für das stadteigene Gebäude zu erstellen. „Ich kann nicht ohne Verwaltung eine Verwaltung planen“, begründet der Rathauschef seine Enthaltung bei diesem von der SPD-Fraktion eingebrachten Beschluss. Ein von ihm vorgelegter Beschlussentwurf fand keine Mehrheiten zur Aufnahme in die Tagesordnung.

„Auch mit einem Konzept können wir nicht sicher sein, ob die Schule nach dem Umbau auch bezogen wird“, spricht sich Schwanz dafür aus, vorab rechtssichere Verträge zu schließen, die auch aufzeigen, mit welcher Mieteinnahme zu rechnen ist. Die Erarbeitung eines Mietangebotes ist zum jetzigen Zeitpunkt für Stadtrat Lutz Kromke (SPD) nicht zwingend nötig. Für den Fraktionschef der UWG Mihla, Uwe Lüttge, der Rederecht erhielt, sei ein Mietvertrag durchaus legitim.

In dem zu erarbeitenden Konzept wünschen sich die Befürworter dieses Beschlusses einen detaillierten Raumplan, einen Kosten- und Finanzplan mit Fördermöglichkeiten sowie einen Bauzeitplan.

„Macht euch keine Sorgen, eine Verwaltung wird auf jeden Fall gebraucht und die paar Hanseln aus den kleineren Gemeinden werden keine eigene Verwaltung finanzieren können“, sagt Mihlas erster Beigeordneter Andreas Böhme (UWG) in der Creuzburger Sitzung. Er zeigt sich enttäuscht, dass die Zwiespältigkeit zwischen den drei Amt-Creuzburg-Anwärtern und den restlichen Gemeinden der VG nicht überwunden werden kann.

Für Kromke ist es unverständlich, warum der Ton jetzt so schroff wurde, nachdem man so harmonisch zusammengefunden hat. Er bezeichnet es als befremdlich, was sieben Bürgermeister im Amtsblatt unter der Überschrift „Warum die Pläne für die Praetorius-Schul Streit stiften“ veröffentlichten.

Faktenlage als zu dünn kritisiert

Die VG-Gemeinden, die sich nicht zum Amt Creuzburg zusammenschließen, möchten den Umbau in Eigenregie bewerkstelligen, aber Räte aus Mihla und Creuzburg sehen darin ein formal rechtliches Problem, weil das Gebäude der Stadt Creuzburg gehört. Über die Veröffentlichung erstaunt ist auch Creuzburgs Stadtratsvorsitzender Karl-Heinz Michel. „Es sind nicht alles Fakten, die da drin stehen“, meint er. Obwohl das Amt Creuzburg, so Michel, die Hälfte der Einwohner der VG Hainich-Werratal hat, sind es aber bei weitem nicht 50 Prozent der Stimmen in der Gemeinschaftsversammlung. Er warnt vor Beschlüssen, die so leicht zurückgenommen werden könnten.

„Wir waren uns alle einig – ich bin stinksauer“, donnert Ernst Heinemann (CDU). Klaus Rödiger (CDU) ist enttäuscht, dass die VG Geld zurück hält, in dem die Senkung der Umlage ausbleibt. „Mit den Lügen und Drohungen aus Mihla und Scherbda wollen wir nichts mehr zu tun haben“, heißt es in dem Beitrag der sieben Bürgermeister.