Drei närrische Tage: Das Krämerbrückenfest in Erfurt naht

Erfurt  Vom 15. bis zum 17. Juni werden 35 Bands auf Straßen und Plätzen rund um Erfurts Wahrzeichen für viel Kurzweil sorgen.

Die Krämerbrücke ganz im Zeichen der Schuhe.

Die Krämerbrücke ganz im Zeichen der Schuhe.

Foto: ArtusAtelier/C.U. Spannaus

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Till Eulenspiegel möge helfen, das „schwarze Loch der Kultur“ zu stopfen, das in Erfurt weithin gesichtet worden ist. Ein kleiner Seitenhieb auf die Sparzwänge, die dem kulturellen Engagement in der Landeshauptstadt immer mal wieder die Daumenschrauben anlegen, konnten sich die Organisatoren des 43. Krämerbrückenfestes dann doch nicht verkneifen. Wenn aber am Ende ein Viertelmillion Euro für dieses in Erfurt höchstbeliebte Fest ausgegeben wird, kann es mit dem Niedergang noch nicht so dramatisch sein. Was aber auch dem Doppelhaushalt geschuldet sei, mit dem man sicherer planen könne, wie Kathrin Hoyer, Erfurts Kulturbeigeordnete erklärte.

Vom Freitag, 15. Juni, bis zum Sonntag, 17. Juni, werden drei „närrische Tage“, um mit Till Eulenspiegel, der das Fest eröffnen wird, im Bilde zu bleiben, rund 120 000 Erfurter und Gäste anlocken, so die Hoffnung der Veranstalter. Für Kurzweil ist dabei reichlich gesorgt. Insgesamt 35 Bands und Kapellen wurden eingekauft, acht davon allein für das beliebte New Orleans Festival auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus, wie Thomas Grysko, der verantwortliche Programmgestalter der Kulturdirektion, verriet. Ein fünfköpfiges Team hatte fast ein Jahr lang gesichtet und bewertet, Verträge gemacht.

Die schauspielerische Eröffnung auf dem Benediktsplatz ab 18 Uhr ist erneut dem Theater „Die Schotte“ vorbehalten. Den Platz für den Abschluss bildet am Sonntag ab 21.30 Uhr der Namensgeber des Festes – die Krämerbrücke. Und dort wird sich dann ein ganz besonderes Spektakel abspielen. Denn das optisch eindrucksvolle Erscheinungsbild während des Festes wird in seine Bestandteile zerfallen und allerlei Überraschungen preisgeben.

Gemeint ist die überaus kreative Dekoration, bestehend aus 360 Schuhen. „Was Freches“ sollte es diesmal sein, wie Designer Carl Ulrich Spannaus sagt. Das, so lässt sich jetzt schon vermuten, ist ihm gelungen. Die Fußbekleidung hängt über die ganze Brücke verteilt, „garniert“ mit Promis – Elvis, Udo Lindenberg, Charlie Chaplin oder Wilhelm II., Muhammad Ali und Adenauer, aber auch Politiker wie Ulbricht, Honecker oder Kohl – und deren mehr oder weniger originellen Aussprüchen. Zum sonntäglichen Abschluss fallen die Schuhe – erstanden aus einem Insolvenzverkauf – zu Boden und können von den Besuchern mitsamt den darin versteckten Überraschungen mitgenommen werden.

Auch die Barfüßerruine ist mit eingebunden

Der Domplatz wird für das größere Publikum mit Hang zum phonstarken Darbietungen reserviert, die „atmosphärischen Höfe“ – u. a. im Rathausinnenhof – dem kleineren Auditorium mit Vorliebe fürs Leise, Poetische. Viele Erfurter Bands werden zudem auf dem Wenigemarkt ihr Publikum suchen und auch finden. Man habe viel Wert auf Regionalität gelegt, hieß es.

Regionalität verheißt auch der neue Sponsor – die Köstritzer Schwarzbierbrauerei, die für das Programm am Sonntag verantwortlich zeichnet. Neu ist ebenfalls, dass die Barfüßerruine nun vollends in das Konzept mit einem kinderspezifischen Programm durch Radio Teddy eingebunden ist.

Rock, Pop, Jazz, Salsa, Funk, Soul, Flamenco, Chanson – alles ist dabei. Musikalisch ist für viele Geschmäcker gesorgt. Und zieht man in Betracht, dass am Freitagabend das letzte Sinfoniekonzert der Oper vor der Sommerpause ins Freie übertragen wird, kommen selbst die Klassikfreunde auf ihre Kosten.

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