Eichsfelder „Phantones“ freuen sich seit 13 Jahren auf jede Mucke

Anrode  Die Party-Band spielt am 10. Mai ein Benefizkonzert für den erkrankten Feuerwehrmann aus Lengefeld.

Seit 13 Jahren machen die Phantones Musik – in aktueller Besetzung mit (von links): Johannes Richter (Gitarre), Roberto Beil (Gesang), Martin Heddergott (Keyboard), Angela Heddergott (Gesang), Tobias Henning (Schlagzeug), Steffen Waldmann (Gitarre), Christian Rümenapp (Bass)

Seit 13 Jahren machen die Phantones Musik – in aktueller Besetzung mit (von links): Johannes Richter (Gitarre), Roberto Beil (Gesang), Martin Heddergott (Keyboard), Angela Heddergott (Gesang), Tobias Henning (Schlagzeug), Steffen Waldmann (Gitarre), Christian Rümenapp (Bass)

Foto: Alexander Volkmann

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist halb neun an diesem Freitagabend. Das große Festzelt auf dem Dingelstädter Schützenplatz ist so gut wie leer. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Ein Dutzend Techniker und Musiker bereiten auf und vor der Bühne das diesjährige Eichsfelder Kirmes-Opening vor.

„Der Soundcheck ist erledigt“, sagt Sänger Roberto Beil von den „Phantones“. In einer guten Stunde steht er mit seinen sechs Bandkollegen auf der Bühne. Am Ende kommen ein paar Hundert Besucher aus Eichsfelder Kirmesvereinen, um hier mit einer gewaltigen Party die Saison zu eröffnen.

Lampenfieber haben die „Phantones“ nicht mehr. Seit 13 Jahren machen sie Musik. Und tatsächlich sind sie doch selbst hier, um Spaß zu haben. Für die Eichsfelder ist das Musikmachen ein geliebtes Hobby und eine willkommene Abwechslung. Was die Berufe angeht, ist das Feld bunt gemischt. Einzig Keyboarder Martin Heddergott hat beruflich ein bisschen mit Musik zu tun. Er arbeitet als Mathematik- und Musiklehrer am Gymnasium in Worbis. Ansonsten sind zwei der Jungs im Vertrieb tätig. Einer ist Zimmermann, einer Heilerzieher, und einer studiert Architektur. Sängerin Angela Heddergott ist Erzieherin. Vor fast zwei Jahren hat sie die Band um eine weibliche Stimme verstärkt.

„Sex on Fire“ steht meist auf der Song-Liste

„Wenn Hobby Hobby bleibt, ist es entspannter und man freut sich noch auf jede Mucke“, merkt Gitarrist Steffen Waldmann an. Mucke, so nennen Musiker ein Engagement. Etwa 15 bis 20 Auftritte haben die Musiker pro Jahr. Ihr erster für Geld war 2006 ein 50. Geburtstag. Früher spielten sie, die sich als Schüler schon als Musikgruppe formierten, nicht selten für einen schmalen Taler auf privaten Feiern. Aus der Gründungszeit sind heute noch Roberto Beil aus Zella und Johannes Richter aus Effelder dabei. Alle Bandmitglieder kommen aus dem Eichsfeld. Aus Zella, Schierschwende, Effelder, Kefferhausen und Büttstedt ist die Truppe zusammengewürfelt.

Mit jedem Auftritt als Vorband knüpfte sich das Netzwerk zwischen Musikern und Veranstaltern etwas weiter. Mittlerweile stehen die „Phantones“ als Hauptact auf den Bühnen im Eichsfeld und mittlerweile auch überregional, so wie beim Weinfest in Homberg/Efze oder dem Johannisfest in Eschwege. Unter Begriffen wie Party-, Tanz- und Rockmusik fassen sie ihre Playlist zusammen. Aber: „Wir covern nicht nur Songs, weil sie gerade in sind“, meint Bassist Christian Rümenapp aus Kefferhausen.

Klar seien auch die Chart-Hits mit dabei, aber: „Wir spielen die Musik, von der wir glauben, dass sie jemand hören muss.“ Aus etwa 85 Songs besteht das Repertoire, das jedes Jahr aktualisiert wird. Titel wie „Proud Mary“ von CCR oder „Sex on Fire“ von Kings of Leon stehen immer auf der Set-Liste – Rocknummern, die immer gehen, wie die Musiker wissen.

Aber nicht nur musikalisch sind die „Phantones“ im Lauf der Jahre zu einer gefragten Partyband aufgestiegen. „Aufgestiegen“ sind sie auch aus ihrem Probenraum im Keller des ehemaligen Bürgermeisteramtes in Zella ins dortige Dachgeschoss. Denn wenn die Unstrut etwas mehr Wasser führte, sei es im Keller gewesen wie in Klein-Venedig. So stand das Schlagzeug schon auf einer Paletten-Konstruktion, und die Kabel für die Boxen mussten als Freileitungen über dem Wasserspiegel verlegt werden. Der Umzug war dringend notwendig.

Höhepunkt der bisherigen Karriere war der Auftritt nach der Papstmesse 2011 in Etzelsbach. Dort standen die Musiker quasi als After-Show-Teil nach dem berühmtesten Mann der Welt auf der Bühne – damals Papst Benedikt XVI. In Mühlhausen ist die Band mittlerweile Stammgast zur Stadtkirmes in der Kirmesgemeinde Sondershäuser/Feldstraße.

Am 10. Mai spielen die Phantones beim Benefizkonzert für den an Blutkrebs erkrankten Feuerwehrmann Mario Diemann in Anrodes Ortsteil Lengefeld. „Wir mussten nicht lange überlegen, als wir gefragt wurden“, sagt Roberto Beil.

Die Erkrankung Marios, der seine Tochter auch fünf Wochen nach ihrer Geburt noch nicht sehen durfte, habe ihn und die anderen Musiker sehr betroffen gemacht. Die meisten Bandkollegen hätten selbst kleine Kinder. So soll an dem Abend zwar zusammen gefeiert werden, die Einnahmen gehen aber zum einen an die Familie des erkrankten Feuerwehrmannes, zum anderen an die DKMS, die damit die Analyse weiterer Stammzellen-Proben finanziert.

Am Freitag, 10. Mai, spielen die „Phantones“ beim Benefizkonzert auf dem Saal der Gemeindeschänke in Lengefeld ab 20 Uhr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.