Eichsfelder Weltenbummler feiern Silvester auf Bali

Dingelstädt/Malaysia  Malaysia. Die Eichsfelder Internetnomaden Carolin Kellner und Christoph Günther zwischen kleinen Inseln und einer Weltmetropole: Malaysia? Malaysia! Schneller als wir gucken können, befinden wir uns nicht mehr in Thailand. Wie konnte uns das nur passieren?

Über blauen Himmel konnten sich die beiden Weltreisenden in den vergangenen Tagen freuen. Besonders beeindruckt sind sie von den Stränden. Ihre nächste Reise wird die beiden Eichsfelder nach Bali führen. Dort werden sie ihre Geburtstage und Silvester feiern. Foto: privat

Über blauen Himmel konnten sich die beiden Weltreisenden in den vergangenen Tagen freuen. Besonders beeindruckt sind sie von den Stränden. Ihre nächste Reise wird die beiden Eichsfelder nach Bali führen. Dort werden sie ihre Geburtstage und Silvester feiern. Foto: privat

Foto: zgt

Wir sind verliebt in Thailand. Vor allem das Essen hat es uns sehr angetan. Früher als geplant, sind wir jedoch mit unserer Reise durch Thailands Süden fertig. Der viele Regen und die dann doch zu kleinen Inseln haben dazu geführt, dass wir schon nach 30 Tagen Thailand wieder verlassen. Dabei haben wir uns in Mumbai mit großem Aufwand extra ein 60 Tage Visum besorgt.

Wir haben viel überlegt, wie unsere Reise weitergehen soll. Sollen wir noch in den Norden von Thailand fliegen? Wohin genau? Und was kostet ein Flug quer durch Thailand? Egal nach welchen Flügen wir schauen, alle kosteten mehr als 100 Euro pro Person. Dieses Geld wollen wir in dem Moment nicht ausgeben. Doch wie sieht die Alternative aus?

Wir befinden uns auf Ko Lipe, eine kleine Insel weit entfernt vom thailändischen Festland. Wir schauen auf die Karte. In der Nähe liegt Pulau Langkawi, wieder eine Insel, allerdings gehört diese zu Malaysia. Die Lösung scheint so einfach, ist nur eineinhalb Stunden mit einer Fähre entfernt und kostet 25Euro pro Person. Also auf nach Malaysia? Auf nach Malaysia!

Bisher sind wir immer mit einem Flugzeug in ein neues Land eingereist. Wir konnten es immer gar nicht abwarten, an einen neuen Ort zu kommen. Dieses Mal sind wir im Kopf noch nicht bereit für einen Wechsel, wissen aber, dass diese Entscheidung vernünftig ist. Unsere Ankunft fühlt sich sehr merkwürdig an. „Hallo“, „Danke“ und „Auf Wiedersehen“ rutschen uns auf Thailändisch aus dem Mund.

Nach unserer Ankunft suchen wir eine Touristeninformation auf. So wenig vorbereitet, waren wir noch nie. Wir sammeln ein paar Broschüren ein und fahren mit dem Taxi in unsere Unterkunft. Erstmal ankommen und einen Plan machen. Nach einer Weile steht fest: Wir schauen uns Pulau Langkawi, George Town auf der Insel Penang, die Cameron Highlands und Kuala Lumpur an. Mit dem Plan im Kopf fühlen wir uns wohler.

Die schönste und einfachste Art, eine Insel zu erkunden, ist, einen Roller zu mieten. Wir wollen Pulau Langkawi komplett umrunden und mieten uns dafür für einen Tag lang einen Roller. Wir erkunden ein paar Tempel, Strände und einen Wasserfall. Fazit: Die Insel ist okay, aber für uns nichts besonderes. Besonders erwähnenswert sind hier jedoch die Menschen. Im Vergleich zu Indien und Thailand sind sie sehr ehrlich. Keiner von den Leuten, die wir getroffen haben, war aufdringlich. Von keinem wurden wir als „wandelnde Geldbörse“ angesehen.

Da uns die Langkawi nicht nachhaltig beeindruckt, reisen wir weiter. Es geht auf die Insel Penang, in die Stadt George Town. Ehrlich gesagt, haben wir an diesem Punkt genug von all den Inseln. George Town präsentiert sich zum Glück sehr bunt und lebhaft und wirkt dabei gar nicht wie die kleinen Inseln, auf denen wir zuvor waren.

In Malaysia leben nicht nur Malaien, sondern auch viele Inder und Chinesen. So ist es auch in George Town. Für jede Kultur gibt es ein Viertel. Unsere Unterkunft befindet sich im chinesischen Teil der Stadt. Ursprünglich haben wir unser Hostel für nur vier Nächte gebucht. Es gefällt uns aber so gut, dass wir jeden Tag um einen weiteren Tag verlängern.

Insgesamt sind wir eine Woche in dieser charmanten Stadt, die neben vielen gemütlichen Cafés auch einiges an Straßenkunst zu bieten hat. Ein Deutscher, der auch in unserem Hostel wohnt, kannte sogar schon unseren Blog, bevor er uns persönlich getroffen hat. Das war ein sehr schönes Gefühl für uns, weil wir so wissen, dass unsere Arbeit Früchte trägt.

Obwohl man in George Town sehr viel besichtigen kann, entscheiden wir uns die meiste Zeit für unsere Arbeit. Wir sind endlich mal wieder an einem Stück produktiv und schaffen richtig viel. Vielleicht ist das für den einen oder anderen nicht nachvollziehbar, aber unsere Arbeit macht uns wirklich Spaß. Nach dieser gemütlichen Woche, zieht es uns in die Berge, wir reisen in die Cameron Highlands.

Die Cameron Highlands befinden sich auf einer Höhe von etwa 1500 bis 2000 Metern und sind vor allem für ihre Teeplantagen und angenehmen Temperaturen von 25 Grad bekannt. Eigentlich hat gerade die Regensaison begonnen, aber an dem Tag, als wir einen Ausflug unternehmen, haben wir Glück. Es scheint den ganzen Tag die Sonne.

Zusammen mit einer kleinen Reisegruppe und unserm Guide Appu fahren wir in den Dschungel. Appu weiß sehr viel über den Regenwald und erklärt uns, dass es in diesem Wald gegen fast alle Krankheiten eine Pflanze gibt. Leider wird der Regenwald von den Bewohnern und vor allem von den profitorientierten Unternehmen nicht all zu sehr geschätzt und so weicht er immer mehr für Tee- und Obstplantagen.

Nachdem wir den Dschungel bestaunt haben, fahren wir zu den Plantagen. Wir lernen wie Grün- und Schwarztee hergestellt wird und probieren in einer Fabrik verschiedene Tees. Trotz des schönen Tagesausfluges sind wir ein bisschen von den Cameron Highlands enttäuscht. Von vielen wird die Region hoch gelobt. Jedoch kann man als Tourist dort nicht all zu viel erleben. Unser Fazit lautet daher: Schön, aber auch nichts besonderes.

Wir ziehen mit dem Bus weiter und erreichen nach etwa vier Stunden die Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur – auch KL von den Einheimischen genannt. In KL treffen wir uns mit einem Bekannten. Er zeigt uns nach dem Abendessen ein paar versteckte Bars. Diese hätten wir so selber nie gefunden.

Mit Kuala Lumpur haben wir unsere vierte und letzte Station in Malaysia erreicht. Ein Fazit zu diesem Land ist für uns schnell getroffen. Hier gibt es nicht viel Besonderes zu sehen. Wir müssen aber auch sagen, dass wir nur einen kleinen Teil Malaysias bereist haben. Die Ostküste und Borneo haben wir komplett ausgelassen. Nach zwei Wochen in Malaysia wird es Zeit, dass wir wieder etwas Spannendes unternehmen. Etwas, das uns fesselt und nachhaltig beeindruckt. Die Reise geht nach Singapur. Alles was wir vorher über die Stadt gehört haben, war, dass es dort sehr schön, super modern, aber auch sehr teuer sei.

Auf geht‘s ins Abenteuer.Als wir in Singapur ankommen erleben wir gleich mehrere Überraschungen auf einmal. Uns fällt auf, wie hilfsbereit die Menschen hier sind. In der U-Bahn dann die nächste Überraschung. Das Streckennetz ist perfekt organisiert und für jeden klar und intuitiv zu bereisen. Die U-Bahn ist extrem sauber und sieht ziemlich neu aus. Singapur ist ein Stadtstaat und relativ überschaubar. Wir planen hierfür drei Tage ein. Normalerweise kaufen wir uns in jedem neuen Land immer gleich eine lokale Sim-Karte, damit wir auch unterwegs Internet auf unserem Handy haben. Am Anfang sind wir skeptisch. Zum Spaß fragen wir uns, ob wir überhaupt noch ohne Internet leben können oder ob wir inzwischen schon abhängig sind.

Die erste Frage beim Bezug in eine neue Unterkunft ist also stets die nach dem WLAN-Passwort. Das Internet im Hostel wird als superschnell beschrieben. Wir sind gespannt. Mit einer App testen wir an jedem neuen Ort die Geschwindigkeit, so auch hier. Wow. Das Internet ist sehr schnell, so schnell, dass unsere Youtube-Videos innerhalb von Sekunden hochgeladen sind. Sonst dauert der Upload Stunden. In Singapur gibt es das schnellste Internet, das wir je gesehen haben.

Singapur ist glamourös, luxuriös und modern, das sieht man vor allem an den vielen Shoppingmalls. Über die ganzen Stadt verteilen sich mehr als 150 dieser Häuser. Die Einwohnerzahl ist im Verhältnis dazu relativ gering. In diesem Land leben in etwa so viele Menschen, wie in Berlin und Hamburg zusammen. Obwohl nur etwa 18 Prozent Christen in der Stadt leben, wird Weihnachten groß gefeiert. An Dekoration wird nicht gespart, alles wirkt viel kitschiger als bei uns.Die schönsten Lichter sehen wir in „Gardens by the Bay“.

Dieser Garten ist künstlich angelegt und zwischen den natürlichen Bäumen stehen 15 riesige künstliche Bäume. Jeden Abend finden in diesem Park Lichtershows statt. Bei unserem Besuch wurden weltbekannte Weihnachtslieder gespielt. Wir fanden die Atmosphäre so beeindruckend, dass wir trotz des warmen Wetters Gänsehaut bekommen haben. Auch in diesem Land ist ein Fazit schnell getroffen: Jeder sollte einmal nach Singapur reisen. Nun geht es nach Bali, wir haben uns diese Insel für unsere beiden Geburtstage und Silvester ausgesucht.

Hintergrund:

Carolin Kellner (26) aus Dingelstädt und Christoph Günther (27) aus Büttstedt starteten kürzlich ein spannendes Experiment. Ein Jahr lang wollen sie rund um die Welt reisen, nicht einfach so als Touristen, sondern als digitale Nomaden. Bei uns berichten sie von ihren Abenteuern.

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