Eigenröder Straße wird zur Obstbaumchaussee

Horsmar  Von Klarapfel bis Goldparmäne: „Unstrutspatzen“ pflanzen 25 vom Landarzt spendierte Obstbäume in Horsmar

Landarzt Thomas Levi spendierte 25 Obstbäume, die die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten „Unstrutspatzen“ in Horsmar begeistert pflanzten. Foto: Daniel Volkmann

Landarzt Thomas Levi spendierte 25 Obstbäume, die die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten „Unstrutspatzen“ in Horsmar begeistert pflanzten. Foto: Daniel Volkmann

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Den Spruch mit dem täglichen Apfel, der einem den Doktor erspart, kennt sicher jeder. Aber dem in Horsmar praktizierenden Landarzt Dr. Thomas Levi scheint das egal. Er spendierte 25 Obstbäume, die am Donnerstagvormittag 26 Kinder aus dem Horsmarer Kindergarten „Unstrutspatzen“ dort einpflanzten, wo die Eigenröder Straße hinter Horsmar zum Feldweg wird.

Unterstützt wurde die Pflanzaktion von den Experten der in Seebach ansässigen Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Gemeinde Unstruttal. Die Waldschützer hatten nach Angaben von Rüdiger Sölter ausschließlich alte Obstbaumsorten in der Baumschule in Oberdorla ausgesucht. Früher wuchsen Klarapfel, Gravensteiner, Goldparmäne oder Goldrenette, Gute Luise oder Williams Christbirne überall in der Gegend. Inzwischen sind aber viele der Obstbaumalleen an den Dorfrändern in die Jahre gekommen oder völlig verschwunden.

Altehrwürdige Apfelsorten zu erhalten und eine nachhaltige Umweltbildung bei den Kindern anzuregen, das sind die Dinge, auf die es Levi vor allem ankommt. „Die Kinder sind Multiplikatoren“, zeigt sich der Landarzt überzeugt. „Sie erzählen zu Hause, was sie gemacht haben. Und der nächste Sonntagsspaziergang mit den Eltern oder Großeltern führt garantiert an die Eigenröder Chaussee, wo die Kinder dann stolz die von ihnen gepflanzten Bäume zeigen.“

Unterstützt von Bauhof und Waldschützern

Solch Engagement gefällt den Leuten von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Ein Kind – ein Baum“ heißt bei ihnen ein seit 1992 laufendes Projekt in Thüringen. In Horsmar ging die Rechnung fast auf. 16 Apfel-, 6 Birnen- und 3 Zwetschgenbäume pflanzten die 26 „Unstrutspatzen“ am gestrigen Donnerstag.

Dabei unterstützt wurden sie von Mitarbeitern des Bauhofes der Gemeinde Unstruttal, zu der Horsmar gehört. Die Männer hatten die Löcher für die Bäume ausgebuddelt und in einem Tankwagen Wasser zum Angießen bereit gestellt. Natürlich frisches „Unstrutwasser“, wie es sich für Horsmar gehört.

„Unsere Erfahrungen zeigen immer wieder, dass Kinder noch das Gespür für alles Lebendige haben. Wer ihnen früh genug die Liebe zur Natur beibringt, stellt die Weichen für ein naturverbundenes Leben. Wir beobachten bei unseren Pflanzaktionen immer wieder, dass das Pflanzen eines Baumes für viele Kinder ein besonderes Erlebnis ist“, heißt es von Rüdiger Sölter.

Vier weitere Pflanztermine hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald am Donnerstag auf dem Plan. Gemeinsam mit Thepra-Kindern aus Weinbergen sollte je eine Traubeneiche am Dorfteich in Seebach, am Tiergehege in Höngeda, auf dem Spielplatz in Grabe und am Riedteich in Bollstedt gepflanzt werden. Der Anlass dafür: 20 Jahre Gemeinde Weinbergen, zu der die vier Orte gehören.

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