Ein Eichsfelder erfand die Kaffeemaschine

Weißenborn (Eichsfeld). 100 Gründe, Thüringen zu lieben (70): Einen guten Kaffee wissen viele zu schätzen, und eine entsprechende Maschine erleichtert die Zubereitung vor dem eigentlichen Genuss. Von dem Eichsfelder Hermann Eicke stammt das Aggregat, das sich heute in fast jedem Haushalt befindet und aus Büros nicht wegzudenken ist.

Der Kaffee löst die bösen Zungen. Bild einer Gesprächsrunde mit Frauen beim Kaffeegenuss. Der Holzstich stammt aus dem Jahr 1902.

Der Kaffee löst die bösen Zungen. Bild einer Gesprächsrunde mit Frauen beim Kaffeegenuss. Der Holzstich stammt aus dem Jahr 1902.

Foto: zgt

Trotzdem ist Hermann Eicke, der am 24. Dezember 1837 in Weißenborn geboren wurde, kaum noch jemandem bekannt. Auf Spurensuche hatte sich vor Jahren der Eichsfelder Hobby-Historiker Josef Brodhun begeben und herausgefunden, dass Eicke die Maschine in Berlin erfand, baute und in alle Welt lieferte. Eine original Eicke-Kaffeemaschine befindet sich noch heute im Besitz von Verwandten in Weißenborn-Lüderode, und auch das Eicksche Geburtshaus steht noch in dem Eichsfelddorf.

Das beachtliche Erbe, das der Unternehmer - er starb am 1. Dezember 1897 in Berlin - und seine Frau hinterließen, wurde laut Peter Polle vom Heimat- und Geschichtsverein "Amt Gerode/Gericht Allerburg" größtenteils für soziale Zwecke gestiftet.

Unterstützt wurde ein Waisenhaus in Berlin-Moabit, zudem gab es Mittel für die St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Und auch seine Heimatgemeinde bedachte der pfiffige Unternehmer. Mit dem Geld sollte verarmten Christen geholfen werden - die allerdings durften weder Trinker noch Spieler sein.

Die Eichsfeldgemeinde Weißenborn kann neben Hermann Eicke noch mit zwei weiteren bekannten Söhnen aufwarten. So machte sich auch Eickes Bruder Karl Josef einen Namen. Er, der 1835 zur Welt kam, war Professor am Kaiserhof in Wien, beherrschte fünf Sprachen, war Hofdolmetscher und Berater im diplomatischen Dienst.

Andreas Kupferberg - 1734 in Weißenborn geboren und 1776 in Mainz verstorben, war der Besitzer einer Mühle, doch ging er in den 60er-Jahren des 18. Jahrhunderts als Kämmerer und Haushofmeister mit dem kurfürstlichen Hofkammerpräsidenten nach Mainz. Er ist der Großvater von Christian Adalbert Kupferberg, keinem Geringeren als dem Gründer der Sektkelterei Kupferberg.