Ein hochgeschätzter Orgelsachverständiger und Organist

Niederroßla  In Niederroßla geboren – in Weimar vor fast 150 Jahren in Ehren beerdigt

Johann Gottlob Töpfers Geburtshaus steht in Niederroßla.

Johann Gottlob Töpfers Geburtshaus steht in Niederroßla.

Foto: Hartwig Mähler

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Am 1. Dezember 2018 findet um 17 Uhr im Rittersaal der Wasserburg ein Gedächtniskonzert zur Erinnerung an Niederroßlas bedeutenden Sohn Johann Gottlob Töpfer mit Liedern von Mozart statt. Aus dem Anlass wird Ingo Reimann an den Burg- und Heimatverein das Töpfer-Choralbuch für den Vereinsfundus überreichen.

Gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus in Niederroßla steht ein schlichtes Haus, das Geburtshaus von Johann Gottlob Töpfer. Dieser wurde am 4. Dezember 1791, einen Tag vor dem Tode Wolfgang Amadeus Mozart, in dem kleinen Dorf an der Ilm geboren.

Sein Vater war ein Weber, Ackerbürger und Musikant. Beim Ortskantor erhielt der junge Töpfer den ersten Musikunterricht. Die im Dorfe wohnende Räthin Jagemann gab die Geldmittel, um ihm eine gute Erziehung in Weimar zu geben.

Ganz sicher hörte Töpfer auch von Martin Luther, der um seine Schwesternichte Margarete Mackenroth in Niederroßla wusste und ihr Konfekt in einem Brief zusicherte. Ihr Grabstein ist nach ihrem Tode 1574 in die Kirche zu Niederroßla gekommen. Von 1804 bis 1808 war Töpfer Schüler am Weimarer Wilhelm-Ernst-Gymnasium. 1830 wird er zum Organisten der Stadtkirche St. Peter und Paul zu Weimar ernannt. Töpfer ist vor allem bei Fachleuten und Musiksachverständigen als (deutscher) Orgelbautheoretiker, Orgelsachverständiger, Organist, Virtuose, Lehrer und Komponist in die Geschichte und Lehrbücher eingegangen.

Zu Lebzeiten schon bestand ein gutes Verhältnis der gegenseitigen Hochachtung zu Franz Liszt.Als Kompositionen sind über 400 Werke überliefert, davon sind die meisten Choralvorspiele für die Orgel. Nachweisbar spielte Töpfer als Organist in dieser Kirche. Er weihte am 16. Oktober 1853 die von der Orgelbaufirma Witzmann gebaute Orgel in seinem Heimatort ein.

Die historische Bedeutung Töpfers besteht in den Veröffentlichungen zum Orgelbau. Seine Formeln zur Mensurierung von Orgelpfeifen dienen Orgelbauern noch heute als Berechnungsgrundlage. Ein wichtiges Werk erschien 1856 beim Verleger Voigt unter dem Titel „Lehrbuch der Orgelbaukunst“ in vier Teilen, weshalb er zuvor Mathematik, Mechanik und Akustik studierte.

Johann Gottlob Töpfer verstarb hoch geachtet am 8. Juni 1870 in Weimar. Die Gemeinde und Kirchgemeinde Niederroßla ehren besonders seine Arbeit durch die Gedenktafel, die am Geburtshaus sichtbar ist.

Eine weitere Ehrung soll nun in dem Gedenkkonzert am 1. Dezember im Rittersaal der Wasserburg erfolgen. Es singt Lucy Germerodt. Sie wird von Ingo Reimann am Klavier begleitet bei diesem Nachmittag mit Liedern von Wolfgang Amadeus Mozart.

Beginn 17 Uhr, Eintritt 5 Euro,

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