Erdkabeltrasse sorgt für Diskussion

Eichsfeld  Landrat begrüßt, dass das Thüringer Infrastruktur-Ministerium eigenen Vorschlag zum Trassenverlauf einbringen will

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Die Erdkabeltrasse mit dem Namen "SuedLink", bei der ein 4-Giga-Watt-Erdkabel (Gleichstrom) von Baden-Württemberg bis in die Nähe von Hamburg verlegt werden soll, sorgt weiter für Diskussionen. Es handelt sich um ein Projekt, das von der Bundesnetzagentur sowie den Stromnetzbetreibern "TenneT" und "TransnetBW" betreut wird.

Die von Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) verbreitete Meldung, ihr Ministerium wolle einen eigenen Vorschlag zum Trassenverlauf mit in den Abwägungsprozess einbringen, veranlasste Landrat Werner Henning (CDU), ihr "herzlich zu danken". Dieser Ansatz sei schon deshalb richtig, weil in Thüringen die Regionalplanung Teil der Landesplanung ist. Dem Gesetz nach wirkten an dieser die Regionalen Planungsgemeinschaften mit. "Genau in dieser Konstellation sollte nun ein eigener fachlicher Lösungsvorschlag für den Trassenverlauf gefunden werden, welcher der bundesgesetzlichen Vorgabe des ‘gradlinigen Verlaufes‘ entspricht. Wenn überhaupt, dann lässt sich die Umsetzung der jetzt von ‘TenneT‘ favorisierten Vorzugsvariante nur noch über ein hohes Maß an eigenständiger Fachlichkeit – in Verbindung mit staatlicher Zuständigkeit – abwenden", meint Henning. "Die reine Emotionalisierung im Wege von sich loslösenden Bürgerprotesten" erscheint Henning wenig konstruktiv, erschwere eher die Arbeit der Ingenieure und Juristen und impliziere die Gefahr einer Verselbstständigung, "bei der es am Ende auch viele Trittbrettfahrer aus völlig anderen politischen Randbereichen geben kann". Dafür sei das damit verbundene Schadensrisiko viel zu groß, meint er.

Manfred Grund und seine Thüringer CDU-Bundestagskollegen kritisieren derweil die bestehenden Vorstellungen zum "SuedLink"-Trassenverlauf.

"TenneT" sowie "TransnetBW" hätten bei einer Infoveranstaltung ihre favorisierte Planung vorgestellt. Nach ihrer Ansicht lägen bei der Variante, die durch Thüringen verläuft, die geringsten Raumwiderstände vor, so Grund. Entsprechend würden sie ihre Vorschläge am 17. März bei der Bundesnetzagentur zur Bundesfachplanung einreichen. Neben dem Vorschlagskorridor, der den Landkreis Eichsfeld betreffen würde, seien die Antragsteller auch verpflichtet, Alternativen aufzuzeigen. Diese könnten auf hessischer Seite verlaufen, vorbei an Göttingen, Bad Hersfeld, Fulda.

"Nach dem Willen der Netzbetreiber sollen mit der Thüringer Strombrücke, der SuedostLink-Trasse und nun auch noch mit dem SuedLink drei Übertragungsleitungen durch Thüringen führen. Das Bild des Lastesels der Energiewende drängt sich hier geradezu auf. Aber das letzte Wort ist in der Sache keineswegs gesprochen: Erst mit dem Antrag auf Bundesfachplanung beginnt das formale Verfahren mit zahlreichen Beteiligungsmöglichkeiten. Was wir nun brauchen, ist ein Thüringer Bürgerbündnis gegen den Ausbauvorschlag, der die naturschutzrechtlichen, kostentechnischen sowie politischen Widerstände eines möglichen Trassenverlaufs durch Thüringen aufzeigt", so Grund, Christian Hirte und Mark Hauptmann.

Die Antragsinhalte zur Bundesfachplanung seien im Internet auf der Netzbetreiber-Homepage einsehbar. Die Bundesnetzagentur sei verpflichtet, die Vorschläge der Vorhabenträger und die zu benennenden Alternativen ergebnisoffen zu prüfen. Ein verbindlicher Trassenkorridor werde nach der Bundesfachplanung, wohl Ende 2018, feststehen, der tatsächliche Verlauf des Erdkabels innerhalb des Korridors erst im weiteren Planfeststellungsverfahren ermittelt. Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) wünscht sich eine abgestimmte Meinungsbildung mit den Kreisen Göttingen und Eichsfeld.

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