Erfurt: Vom Luisenpark bis hinter die Krämerbrücke schippern

Erfurt  Möglicher Betreiber für das Projekt der Buga-Freunde ist gefunden und ein Originalboot bestellt. Es soll noch in diesem Jahr auf der Stecke getestet werden

Jens Kleb stellte das Kanuprojekt des Vereins der Buga-Freunde vor.

Jens Kleb stellte das Kanuprojekt des Vereins der Buga-Freunde vor.

Foto: Bugafreundeverein

Mit Prahmen – das sind flache kleine Boote – sollen Touristen und Erfurter vom Luisenpark bis hinter die Krämerbrücke schippern können (wir berichteten). „Über die Machbarkeitsstudie sind wir schon ein paar Schritte hinaus“, sagt Projektkoordinator Norbert Wernet über den Plan des Vereins der Buga-Freunde, die Stadt bis zum Jahr der Bundesgartenschau 2021 vom Wasser aus erlebbar zu machen.

Das ist ein Beitrag der Buga-Freunde, der auch nach der Bundesgartenschau Bestand haben soll. Der jüngste „Dämmerschoppen“ des Vereins zog besonders viele Mitglieder und andere Erfurter ins Haus Dacheröden, weil dieses Thema auf der Tagesordnung stand. Jens Kleb, der die Idee mit seiner Frau Nicole entwickelt und zur Konzeptreife gebracht hat, stellte das Projekt dort vor. Interesse für das Betreiben der kleinen Kahnfahrtenstrecke hat Ralf Heinemann vom Verein Bewegen gezeigt, welcher den Kanuverleih hinter dem Dreienbrunnenbad in seinen Händen hat.

Ein kurzer mit Musik unterlegter Film vermittelte, wie es aussieht, die Stadt mit der ungewöhnlichen Perspektive vom Wasser aus zu erkunden. „Danach gab‘s Applaus“, berichtet Wernet. Bis zu zehn Boote anzuschaffen, ist denkbar. Die Buga-Freunde haben gerade einen solchen Prahm bestellt und er soll noch in diesem Jahr auf der Strecke getestet werden. Die Prahme weisen nur eine geringe Tiefe auf und bieten Platz für sechs Personen. Wasser der Gera, genauer: der Bergstrom und dann der Breitstrom, soll die Kähne aufnehmen. Als Einbahnstraße.

Einbahnstraße auf dem Wasser befahren

Die Strecke vom Luisenpark bis zur Krämerbrücke ist 3,2 Kilometern lang. Mehr als 30 Brücken werden unterquert. Und man kann wunderschöne Ecken Erfurts erkunden, die man auf normalen Pfaden so nicht zu sehen bekommt. Nach dem Aussteigen der Passagiere an der Mikwe sollen die Boote gestapelt und auf dem Landweg zurück zum Ausgangspunkt geschickt werden.

Historiker Steffen Raßloff tüftelt gerade an den Details für die Stadtführungen vom Wasser aus. Denn die Kähne dürfen nur mit Bootsführern unterwegs sein. Als Zwischenstation kann ein Halt am Theaterplatz eingeplant werden. Mit Aussteigen an der Treppe könnte man das nach Ansicht der Initiatoren gut umsetzen.

Die Bootserkundungen lassen sich nicht direkt in die Buga-Schwerpunkte Egapark, Petersberg und Nördliche Geraaue einordnen. Der Verein möchte sie eher als zusätzliches Highlight verstanden wissen.

Beim „Dämmerschoppen“ kamen auch umwelttechnische Fragen. „Wir wollen das Tierleben im Schlick nicht stören, darum wird ja immer ein Bootsführer dabei sein“, erklärt Wernet. Mit der Stadtverwaltung ist der Buga-Verein im Gespräch über einen Maßnahmenkatalog. Der listet auf, an welchen Stellen noch bauliche oder rechtliche Fragen zu klären sind. Beispielsweise gibt es ein Rohr unter einer Brücke, an dem man noch den Kopf einziehen muss. Das soll ohnehin unterirdisch verlegt werden. An der Schlösserbrücke sind Wehr und Fischtreppe ein Hindernis. Dort soll aber eine Rampe für die Fische entstehen, die die Boote auch nutzen, um den Höhenunterschied zu überwinden.

Wie es nach der Bundesgartenschau mit den Kahnfahrten weitergeht, das liegt laut Wernet beim Betreiber und der Stadt.

www.bugafreunde-erfurt.de

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