Erfurter Arena frühestens Ende Januar fertig - Mittlerweile fünf Monate Verzug

Erfurt  Um mindestens einen weiteren Monat wird sich der Fertigstellungstermin nach dem Umbau der Erfurter Multifunktionsarena verschieben. Wegen der nun schon fünfmonatigen Verzögerung droht zwischen Totalübernehmer Köster und der Stadt eine Auseinandersetzung.

Tore fallen längst im umgebauten Erfurter Steigerwaldstadion. Doch die Endabnahme der Arena steht weiterhin aus. Foto: Paul-Philipp Braun

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Handwerklich gearbeitet wurde am Mittwoch in der neuen Multifunktionsarena in Erfurt nicht. Dabei sind nach Prüfungen immer noch mehr als zwanzig Punkte zu erfüllen. Diese Restarbeiten sind Voraussetzung, damit die behördliche Gesamtabnahme erfolgt, die Nutzungsgenehmigung nach dem Umbau komplett erteilt wird und Totalübernehmer Köster das Steigerwaldstadion an die Stadt Erfurt als Bauherren übergeben kann.

Es seien „nur Kleinigkeiten“, so Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD), die noch zu erledigen wären. Die Rede ist unter anderem von fehlenden Türgriffen, notwendigen Bestuhlungen und Problemen bei der Klimaanlage. Doch diese Kleinigkeiten haben durchaus eine größere Wirkung. Sie verhindern zumindest den endgültigen Fertigstellungstermin, der ursprünglich für den 31. Juli vorgesehen und dann auf den 28. Oktober verschoben wurde. Nun wird von Ende Januar gesprochen, aktuell beträgt der Verzug jetzt schon fünf Monate.

Millionen-Streitwert wegen Verzögerung

Bausewein sieht das in doppelter Hinsicht gelassen. Zum einen seien seit November alle 16 Veranstaltungen wie geplant durchgeführt worden, auch wenn die Arena GmbH erst mit der Übergabe offiziell als Betreiber fungieren wird. Das Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Erfurt sowie der Messe erfüllt allerdings bereits alle Pflichten und sichert reibungslose Abläufe, im Stadion, im Parksaal oder in den Logen auch 2017 zu. Dies mit dem neuen Caterer - CCS aus Erfurt hatte kürzlich die Reiche-Group aus Markkleeberg abgelöst.

Trotz des Verzugs zieht Bausewein seine Gelassenheit auch aus den schriftlichen Verträgen mit Köster. Die Unterlagen könnten das 39,5 Millionen-Euro-Projekt für die Stadt eventuell noch günstiger werden lassen, denn man habe finanzielle Ausgleichs-Forderungen erhoben. Allerdings hat Köster in der Vergangenheit auch auf unvorhersehbare Bau-Geschehnisse verwiesen und verkündet, ebenfalls Schadenersatz zu verlangen. Insofern dürfte wohl ein Gericht das letzte Wort bei einem Streitwert von aktuell etwa 1,2 Millionen Euro haben, obwohl Andreas Bausewein nach wie vor eine außergerichtliche Einigung favorisiert.

Beide Seiten werden jedoch auch praktisch in den kommenden Monaten noch miteinander zu tun haben. Denn spätestens im Frühjahr muss die Sanierung der Westtribüne beginnen, die spätestens zu den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Juli abgeschlossen sein soll.

Es sind also noch einige Arbeiten in der Arena zu verrichten, auch wenn sich am Mittwoch dieser Eindruck nicht aufgedrängt hat.

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