Erfurter „Bachstelzen“-Wirtin muss nach Verstößen mit Bußgeld rechnen

Bischleben  „Es gab drei Kontrollen im Bachstelzen-Café. Auch im August wurden bereits Mängel festgestellt“, so der Leiter des Erfurter Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. Da es sich demnach um wiederholte Verstöße handele, sei die Voraussetzung gegeben, das Lokal öffentlich zu nennen. Inhaberin Maria Groß sieht dagegen in dem Eintrag eine gezielte Diskreditierung.

Maria Groß, Wirtin der „Bachstelze“, hat Ärger mit dem Hygiene-Amt.

Maria Groß, Wirtin der „Bachstelze“, hat Ärger mit dem Hygiene-Amt.

Foto: Casjen Carl

Bachstelze-Köchin Maria Groß ist wütend über einen Eintrag auf der Internet-Liste der Hygiene-Sünder unter den Erfurter Gastronomen.

Der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, Dr. Ulrich Kreis, bekräftigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass der Eintrag auf dem erst jüngst freigeschalteten Stadt-Portal rechtens sei. „Es gab insgesamt drei Kontrollen im Bachstelzen-Café. Auch im August wurden bereits Mängel festgestellt.“ Da es sich demnach um wiederholte Verstöße handele, sei die Voraussetzung gegeben, das Lokal öffentlich zu nennen. Was ja nur im Interesse der Verbraucher sei. Ein Bußgeld wegen der Verstöße, sei laut Kreis inzwischen nach dem Bußgeldkatalog berechnet und werde über 350 Euro liegen. Was auch eine Voraussetzung ist, dass das Restaurant auf der Hygienesünder-Liste landet. Wohl Anfang Januar werde der Bescheid im Briefkasten von Maria Groß liegen.

Auf die Nachfrage, dass ja per Protokoll vom 4. Dezember bestätigt sei, dass alle Mängel abgestellt wurden, verwies Ulrich Kreis auf den Verfahrensweg. Die Verstöße seinen damit nicht verworfen. Er verglich es mit einem Autofahrer, der bei Rot gefahren sei. Der werde auch zahlen müssen, obwohl er nun sonst immer bei Grün fahre.

Bachstelze-Wirtin zornig wegen drohendem Image-Schaden

Maria Groß und ihr Lebensgefährte Matthias Steube sehen in dem Eintrag eine gezielte Diskreditierung ihrer Arbeit und vermuten, angeschwärzt worden zu sein. „Was sind das für Kräfte, die da wirken? Ich bin ja einiges gewohnt, aber das ist ein neues Level“, so Maria Groß.

Ob eine Anzeige zu den Kontrollen in der „Bachstelze“ geführt hätte, dazu wollte sich der Amtsleiter aus Datenschutzgründen nicht äußern. „Aber Verstöße gegen die Hygienevorschriften sind keine Bagatelle“, so Ulrich Kreis. Auch die konkreten Vorwürfe, die hinter „lebensmittelrechtlichen Hygienemängeln“ stecken, wollte Kreis nicht nennen.

„Es gab nie Mängel an Speisen, die an die Gäste rausgegangen sind“, meint dazu Matthias Steube, der Lebensgefährte Maria Groß‘ und Mitbetreiber der „Bachstelze“. Und gibt sich sicher, dass die Veröffentlichung im Internet nicht rechtens sei. So habe sein Anwalt auch diverse Verfahrensfehler erkannt. Auch die Protokolle mit den vorgebrachten Mängeln seien nach Ansicht Steubes nicht korrekt. Gerichte müssten das nun klären.

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