Erfurter gewinnt mit Strategie zur Öffentlichkeitsarbeit in Südafrika

Mit internationalem Team entwickelte Martin Becker (20) ein Konzept für die Stadt Stellenbosch. Die Jury war von den Vorschlägen überzeugt.

Erfurt. Erfolgreich ist ein Erfurter aus Südafrika zurückgekehrt: Martin Becker (20), Student der Kommunikationswissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Erfurter Universität, hat gemeinsam mit seinem Team den ersten Platz beim "Global Communications"-Projekt erreicht. "Es war arbeitsintensiv, hat aber viel Spaß gemacht", erzählt Becker.

"Global Communications" (GlobCom) ist eine Initiative von zwölf Universitäten auf fünf Kontinenten, die Studenten der Kommunikationswissenschaften und ähnlicher Studiengänge zusammenbringt. Im Februar 2013 wurden internationale Teams gebildet, dann bekamen sie ihre Aufgaben zugeteilt.

Die Rahmenbedingungen: Alle Teams mussten eine Werbestrategie für die südafrikanische Stadt Stellenbosch entwickeln. Ausgelegt auf drei Jahre sollten Tourismus, Wirtschaft und Bildung darin berücksichtigt werden, das fiktive Budget lag bei fünfzehn Millionen südafrikanischer Rand, das sind etwas mehr als eine Million Euro. "Wir Studenten haben uns über das Internet bekannt gemacht", erzählt Becker. Er wurde in seiner Gruppe zum Teamleiter ausgewählt, dreißig Mitglieder galt es zu koordinieren. "Damit waren viel Verantwortung und viel Arbeit verbunden", berichtet Martin Becker. "Das wird dann besonders schwierig, wenn nicht alle Teammitglieder aus der selben Zeitzone stammen."

Becker suchte vergeblich einen Reisesponsor

Mit Hilfe von Online-Portalen und Internet-Telefonie kommunizierten die Team-Mitglieder während der Arbeit am Projekt. Alle brachten ihre Vorschläge in eine Ideensammlung ein, daraus wurde dann die Gesamtstrategie entwickelt. "‘Was kann man machen? Und was eignet sich für diese Stadt an diesem Standort?’ waren dabei die Leitfragen", erzählt Martin Becker. Sogar eine eigene, fiktive Website im Internet legten die Studenten an. Nach drei Monaten intensiver Arbeit an der Strategie für die südafrikanische Stadt konnten die Studenten ihr Konzept einreichen. Banges Warten, dann war klar: "Wir waren eines der drei Finalisten-Teams."

Alle Finalisten wurden eingeladen, ihre Konzepte vor der Jury in Stellenbosch vorzustellen. Als Teamleiter fand es Martin Becker selbstverständlich, das Konzept persönlich vorzustellen. Nicht alle nahmen Weg und Reisekosten auf sich, denn die Studenten mussten selbst dafür aufkommen. "Meine Suche nach Sponsoren war leider vergeblich", erzählt Becker.

Doch der Weg nach Afrika hat sich gelohnt. Drei Tage verbrachte er in Stellenbosch, lernte die Stadt und das Land kennen – und natürlich auch einige der Team-Mitglieder aus anderen Ländern. "Es war aufregend, die Kollegen, mit denen man bislang virtuell zusammengearbeitet hat, nun auch persönlich kennenzulernen."

Die Präsentation verlief erfolgreich, die Arbeit von Beckers Team gewann den Wettbewerb. "Inwieweit das Tourismusbüro unsere Anregungen nun umsetzt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen."

Trotz des Stresses würde Martin Becker immer wieder mitmachen: "Die Zusammenarbeit mit anderen Leuten über räumliche, zeitliche und kulturelle Grenzen hinweg macht wahnsinnig viel Spaß. Und es war eine gute praktische Übung abseits des Uni-Alltags. Ich habe viel gelernt."

Auch 2014 wird das GlobCom-Projekt wieder stattfinden: Dann findet das Finale in Boston, USA, statt.

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