Erfurter Studenten als Diplomaten bei der UN in New York

Erfurt. 18 Mitglieder gehörten zur Delegation der Erfurter Universität, die nach New York flog und dort bei den Vereinten Nationen auftrat. Als Diplomaten. Sie schlossen so einen internationalen Wettstreit, der mehr als nur ein Rhetorikwettbewerb ist, mit der zweithöchsten Auszeichnung ab. Mehr als 2500 Studenten waren aus 45 Ländern zu der Veranstaltung gekommen.

Die Erfurter Delegation vertrat Pakistan in der Halle der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Foto: Verein Akademische Simulation Erfurt

Die Erfurter Delegation vertrat Pakistan in der Halle der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Foto: Verein Akademische Simulation Erfurt

Foto: zgt

Das Projekt, an dem die Studenten in der US-Metropole teilnahmen, heißt "National Model United Nations". Sie simulierten das, was die Vereinten Nationen tun. Die 18-köpfige Delegation repräsentierte diesmal die Islamische Republik Pakistan, deren Ansichten und Ziele, in 13 Komitees. Wie im wahren Leben. Verhandlungssprache: Englisch.

"Während der Simulation schlüpften die Teilnehmer einzeln oder als Gruppe in die Rolle der pakistanischen Diplomaten", erklärt Lea Klinge vom Org-Team. Die Studenten diskutierten die aktuelle Weltpolitik. "So befasste sich die internationale Atomenergie-Organisation mit der Lage in Nordkorea, die Generalversammlung mit dem illegalen Waffenhandel und das Komitee für Handel und Entwicklung mit der weltweiten Lebensmittelgewährleistung."

Über sechs Monate bereiteten sich die Studenten in verschiedenen Veranstaltungen vor, so bei nationalen Simulationen im Erfurter Rathaus-Sitzungssaal (unsere Zeitung berichtete), in Bad Kissingen und Frankfurt.

"Es war eindrucksvoll, sich mit rund 2500 gut vorbereiteten Studenten auszutauschen, neue internationale Kontakte zu knüpfen und mit Gleichgesinnten über aktuelle Probleme diskutieren zu können. All das natürlich vor der atemberaubenden Kulisse der Weltstadt New York", sagte der Erfurter Student Florian Emmerich.

Die Krönung sei die Abschlussveranstaltung direkt in den Räumen der Vereinten Nationen gewesen. "Einzigartig! An dem Ort zu sitzen, an dem sonst nur hohe Diplomaten Platz nehmen, wo man ohne unser Projekt niemals hinein käme und dabei noch von Touristen beobachtet zu werden, ist eine einmalige Erfahrung", berichtet Florian Emmerich. Sarah Schmidt, ebenfalls Erfurter Studentin, ergänzt: "Als wir dann erfuhren, dass der stellvertretende Generalsekretär, Jan Eliasson, eine Rede halten würde, waren wir umso aufgeregter."

Besonders stolz aber sind die Erfurter auf die Verleihung des Titels "Distinguished Delegation" (Ausgezeichnete Delegation), den sie für ihre besonderen Leistungen im diplomatischen Auftreten, für ihr geschicktes Verhandeln und die gute Mitarbeit in den Komitees bekamen. Das zweite Jahr in Folge. Darüber hinaus wurden sie für ihre Positionspapiere geehrt. Nur fünf bis zehn Prozent der Teilnehmer erhalten überhaupt eine Auszeichnung.

Inzwischen ist ein Teil der Gruppe wieder in Deutschland, um das Osterfest in der Heimat zu feiern. Andere nutzen die Gelegenheit, sind noch immer in den USA und befinden sich auf einer ausgedehnten Städtetour.

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