Gefördertes Pilotprojekt zum Auto-Teilen startet in Gotha

Gotha  Gotha. Öffentlicher Personennahverkehr und Car-Sharing sollen sich ergänzen. Zunächst zwei innerstädtische Standorte.

Da die Stadt Gotha die Idee unterstützte, erhielt am Donnerstag Bürgermeister Klaus Schmitz-Gielsdorf (rechts)symbolisch von Dr. Torsten Bähr und Franziska Wilhelm eine überdimensioniert Kundenkarte überreicht. Foto: Peter Riecke

Da die Stadt Gotha die Idee unterstützte, erhielt am Donnerstag Bürgermeister Klaus Schmitz-Gielsdorf (rechts)symbolisch von Dr. Torsten Bähr und Franziska Wilhelm eine überdimensioniert Kundenkarte überreicht. Foto: Peter Riecke

Foto: zgt

Es seien die Gothaer Grünen gewesen, die 2010 erstmals diese Idee für Gotha aufgegriffen haben, betonte am Donnerstag Albrecht Loth vom Kreisverband. Er stand gut gelaunt neben vielen anderen Akteuren zwischen einem auffallend roten Ford Fiesta und einem Ford Transit Connect Kombi, die neben dem Neuen Rathaus am Eckhofplatz 24 parkten.

Es war die offizielle Eröffnung des ersten Car-Sharing-Angebots in der Kreisstadt. Dabei war auch Torsten Bähr, Geschäftsführer des Vereins „Verkehrswende in kleinen Städten“. Gerade in kleineren Städten funktioniere das Auto-Teilen nur, wenn vor Ort genug Unterstützer gefunden werden, unterstrich er in einer kurzen Ansprache. Man habe sogar eine Ortsgruppe aus Freiwilligen gegründet, die die Fahrzeuge regelmäßig prüfe und Interessenten über das Angebot informiere.

Die Gothaer Fahrzeuge, beide mit hocheffizienten Diesel-Motoren ausgestattet, dürfen von Firmen, Behörden, Vereinen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen, aber auch von Privatpersonen genutzt werden. Zunächst muss man sich registrieren lassen, dann kann man die PKW telefonisch, im Internet oder per Smartphone-Anwendung (App) für einen gewünschten Zeitraum buchen. Mit einer Kundenkarte oder mit der App werden die Fahrzeuge dann geöffnet, die man zuvor auf äußere Beschädigungen kon-trolliert haben sollte. Alles Weitere findet sich im Auto. Abgerechnet wird nach Zeit und gefahrenen Kilometern.

Der Partner des Verkehrswende-Vereins ist in Gotha wie in vielen anderen Städten Mitteldeutschlands die Firma Teilauto mit Sitz in Halle. Teilauto wurde 1992 in Halle als ökologisch orientierter Verein gegründet. Franziska Wilhelm, die sich im Unternehmen um Öffentlichkeitsarbeit kümmert, versicherte auf Nachfrage, das Angebot in Gotha könne ausgeweitet werden, wenn es häufig ausgebucht sei. Zunächst werden der Kleintransporter mit PKW-Ausstattung und sieben Sitzen am Neuen Rathaus und der Kleinwagen nahe dem Stadt-Bad Gotha stehen. Dafür wurden private Parkflächen angemietet. Öffentlicher Parkraum geht nicht verloren.

Zur Eröffnung kamen neben Bürgermeister Klaus Schmitz-Gielsdorf (parteilos) auch die Mitglieder des Stadtrates Dietrich Wohlfahrt (Freie Wähler) und Enrico Stiller (Piraten-Partei), weitere Vertreter der Stadtverwaltung und die Führungsspitze der Thüringer Waldbahn.

Dies sei kein Widerspruch, denn erfahrungsgemäß würden Teil-Auto-Nutzer auch regelmäßig mit Bus, Bahn und Straßenbahn fahren.

Die Angebote würden gegenseitig Kunden bringen, denn man komme mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr zum Stellplatz und wieder zurück und fahre nur einen Teil der Strecke mit dem Auto, wurde vermutet.