Gehirnerkrankung führte zum Tod von Elefant Akili im Zoo Erfurt

Erfurt. Als die Elefantenkuh Akili am 13. Dezember im Thüringer Zoopark Erfurt starb, litt sie an fortschreitenden Gehirnschäden. Diese Erkenntnis aus der in Hannover durchgeführten Obduktion gab die Erfurter Zootierärztin Christiana Hensel gestern bekannt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit seien die Gehirnschäden für den Tod verantwortlich. "Akili hatte leider keine Chance und wir auch nicht", sagte Hensel.

Die Elefantendame Akili wurde im Dezember 2013 liegend in ihrer Box im Erfurter Zoopark gefunden. Mehrere Versuche, das Tier aufzurichten, scheiterten. Foto: Stadtverwaltung Erfurt

Die Elefantendame Akili wurde im Dezember 2013 liegend in ihrer Box im Erfurter Zoopark gefunden. Mehrere Versuche, das Tier aufzurichten, scheiterten. Foto: Stadtverwaltung Erfurt

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Keine Verbindung gebe es zum Tod der mit Akili ausgetauschten Erfurter Elefantenkuh Seronga, die in Frankreich verstarb. Seronga sei an einer Virusinfektion gestorben, die den Herzmuskel angriff. Dieser Virus sei für seinen schnellen Infektionsverlauf bekannt. Damit sei ausgeschlossen, dass sich Seronga in Erfurt angesteckt hatte.

Die unmittelbare Todesursache bei Akili war das "Festliegen". Die 12-jährige Elefantenkuh war an jenem Morgen trotz Hilfe von Feuerwehr und ADAC außerstande, sich aufzurichten. Liegen Elefanten aber längere Zeit, führen die Gewichts- und Druckverhältnisse zu fatalen Schäden an Haut und Organen, wie die Obduktion bestätigte.

Zuchtpläne werden weiter verfolgt

"Das Allgemeinbefinden wurde immer schlechter", schilderte Hensel. Die Zooparkleitung entschloss sich schließlich, Akili einzuschläfern, um ihr die Todesqualen zu ersparen. Zuvor deuteten nach Darstellung der Zootierärztin die Muskelschwäche und weit aufgerissene Pupillen darauf hin, dass bei Akili etwas mit dem zentralen Nervensystem nicht stimme. Die Obduktion bestätigte diese Theorie: Die Pathologen stellten fortschreitende degenerative Veränderungen in mehreren Gehirnbereichen und eine abnormale Erweiterung der Gehirnwasserkanäle fest.

Die Experten untersuchten 60 Schnitte aus dem rund 4 Kilo schweren Gehirn. In diesen Stichproben stellten sie die Veränderungen fest, von denen einige Tage bis Wochen alt, andere älter gewesen seien, so Hensel. Da das Elefantenhirn schon aufgrund seiner schieren Größe schlecht erforscht sei und es kaum Vergleichsansätze gebe, können die Experten die Auswirkungen dieser Schäden schlecht abschätzen. Am lebenden Elefanten seien die Schäden nicht festzustellen, sagte Hensel.

Bis zum Todestag habe sich Akili eher nicht ungewöhnlich verhalten. Rückblickend erinnerte sich die Zootierärztin zwar daran, dass der Elefant rückwärts durch die Tür ins Außengelände zu gehen pflegte. "Aber wir hielten das für eine Angewohnheit", sagte Hensel. Auch die Worte des damaligen Zoo-Direktors Thomas Kölpin bekommen rückblickend eine andere Bedeutung. Ohne Wissen um die Krankheit hatte er Akili zehn Tage vor ihrem Tod mit folgenden Worten beschrieben: "Sie frisst wenig und hat nur Unsinn im Kopf."

Hensel betonte, dass der acht Wochen zurückliegende Transport aus Frankreich "in keinem direkten Zusammenhang" mit dem Tod stehe. Doch sei solch ein Transport ein Stressereignis - was bei einem gesunden Tier kein Problem sei, könne bei einer schwelenden Krankheit andere Auswirkungen haben.

Die amtierende Werkleiterin, Erfurts Dezernentin Kathrin Hoyer (Grüne), betonte, dass der Zoopark an Akilis Tod keine Schuld trage. "Akili hatte keine akuten Infekte und keine Verletzungen. Es gibt keinen direkten Zusammenhang mit dem Transport und auch keinen Zusammenhang mit dem Tod von Seronga", fasste sie zusammen.

Die Pläne für eine Elefantenzucht im Erfurter Zoo sollen sich durch den Todesfall nicht ändern, sagte Hoyer. Akilis Schwester Chupa und die ältere Elefantendame Safari würden im Sommer wie geplant ins neue Elefantengehege umziehen, wo noch ein Bulle dazustoßen soll. Ein "Ersatz" für Akili sei vorerst nicht vorgesehen.

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