Gehrener Firma spürt Auswirkung des Dieselskandals

Gehren  Standortentscheidung wurde bewusst gefällt. Kindergarten und Schule im Ort sind wichtige Faktoren

Gerd-Michael Seeber besuchte die Firma SZW Prophet in Gehren.

Gerd-Michael Seeber besuchte die Firma SZW Prophet in Gehren.

Foto: Andreas Heckel

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Viele Betriebe besuchte der einstige Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber /CDU) während seiner Amtszeit. Nun, als eingesetzter Bevollmächtigter, der die Amtsgeschäfte bis zur Neuwahl des Oberbürgermeisters führt, widmet er sich auch der Wirtschaft in den neu hinzugekommenen Ortsteilen.

So besuchte er jüngst die SZW Prophet GmbH in Gehren. Geschäftsführer Jörg Prophet machte dort seinem Ärger über die Rolle der Bundespolitik im Dieselskandal Luft. Die zögerliche Haltung in den Berliner Ministerien verunsichere die Verbraucher. Die Auto-Konzerne hätten deshalb ihre Absatzprognosen nach unten korrigiert. Was wiederum in seinem Unternehmen zu sinkenden Bestellungen führt.

Die Firma ist aus den Simson-Werken hervorgegangen. Mit 120 Mitarbeitern werden in Gehren vor allem Bowdenzüge produziert. „Wir haben uns nicht wegen, sondern trotz der Infrastruktur in Gehren angesiedelt“, betont der Unternehmer. Die Zusammenarbeit mit der Lokalpolitik sei sehr gut. Der Kindergarten und der Erhalt der Grundschule seien wichtige Standortfaktoren. Nun müsse es gelingen, Facharzt und Einzelhandel im Ort zu halten.

Zu einem Rundumschlag holte der Unternehmer dann mit seiner Kritik bei der Förderung des Mittelstandes aus. Der Stromverbrauch seines Unternehmens falle unter die Grenze von einer Million Kilowattstunden. Deshalb zahle die Firma wie jeder Bürger die EEG-Umlage. Darauf reagierte das Unternehmen mit der Installation einer eigenen Solaranlage. Umso unverständlicher ist es Prophet, dass der Bund die Solar-Industrie in Deutschland erst subventioniert und dann nach China abwandern lassen habe. Zugleich warte man im Gehrener Gewerbegebiet noch immer auf eine schnelle Internetanbindung, kritisierte er.

Gerd-Michael Seeber betonte, dass die Mittelständler in Gehren und Langewiesen für höhere Steuereinnahmen für den Ilm-Kreis sorgten als die Ilmenauer. An die drei Oberbürgermeister-Kandidaten appellierte er: „Ich erwarte von den Kandidaten Themen. Damit meine ich nicht, wie und wo man mehr Geld ausgeben kann. Es muss doch um die weitere Entwicklung in der Wirtschaft gehen“, so der langjährige Politiker..

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