Gequälte Katzen aus dem Ilm-Kreis - PETA setzt 1000 Euro Belohnung aus

Elleben  Zwei schwer verletzte Tiere waren innerhalb weniger Tage nacheinander in Riechheim aufgetaucht. Ihr Fell war mit einer öligen und ätzenden Flüssigkeit verschmiert. Ein möglicher dritter Fall ist jetzt bekannt geworden.

Offenbar misshandelte Katze aus Riechheim

Offenbar misshandelte Katze aus Riechheim

Foto: Robert Schmidt

Ein Unbekannter tauchte Anfang Januar offenbar zwei Katzen aus Riechheim in eine ölige, ätzende Flüssigkeit. ; die zweite Katze kurz darauf in der Nähe. Die Tiere hatten starke Schmerzen. Ihre Haut war verletzt und löste sich samt Fell ab. Das Tierheim in Großliebringen versorgt eine der beiden Samtpfoten. Die zweite wird von ihren Haltern betreut. Dass beide Katzen einen Unfall erlitten haben, ist unwahrscheinlich.

Eventuell dritter Fall - Verdacht fällt auf Getreidebeize

Vor ein paar Tagen meldete sich eine ebenfalls in Riechheim wohnende Familie mit ihrer Katze in einer Tierarztpraxis. Das Tier wies ähnliche Symptome auf, dem Kätzchen ging es sehr schlecht. Dann verlor auch diese Katze – wie die beiden anderen Tiere – Haare und Fellstücke. Eine Mitarbeiterinen des behandelnden Tierarztes erkannte den Geruch, der von dem Tier ausging. Es handelt sich dabei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Getreidebeize – ein Antipilzmittel für Saatgut.

Noch völlig unklar ist, ob die nun schon drei Tiere zufällig damit in Kontakt kamen oder ob sie damit übergossen wurden – es sich also doch um mittlerweile drei Fälle von Tierquälerei handelt.

PETA setzt Belohnung aus

Um die Suche nach dem Täter zu unterstützen, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zu seiner Verurteilung führen. Zeugen können sich ebenso telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation melden – auch anonym.

„Immer wieder werden Katzen Opfer von brutalen Tierquälern“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Wir verzeichnen fast täglich Fälle, bei denen die Vierbeiner getreten, mit Flüssigkeiten beschmiert oder mit Luftdruckwaffen beschossen werden.

Die verletzten Samtpfoten versuchen meist, sich unter Schmerzen zurück nach Hause zu schleppen. Einige müssen dann vom Tierarzt erlöst oder kostenintensiv behandelt werden. Andere schaffen es nicht, verbluten qualvoll und bleiben schmerzlich vermisst. Derartige Täter müssen für ihr gewaltsames Vorgehen zur Rechenschaft gezogen werden. Wer wehrlosen Tieren aus Spaß Schmerzen zufügt, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück.“

Tierquälerei ist in Deutschland strafbar. Sollte es sich bei den beiden Fällen in Riechheim darum handeln und sollte der oder die Tierquäler gefunden werden, dann könnten sie mit einer saftigen Geldstrafe oder auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

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