Gerichtsurteil: Dreijähriges Kind darf allein aufs Klo

Düssledorf  Das Oberlandesgericht Düssledorf hat nun in einem kuriosen Fall entschieden: Ein dreijähriges Kind muss in einer geschlossenen Wohnung nicht dauerhaft unter Beobachtung der Eltern stehen.

In dem Fall war der dreieinhalb Jahre alte Sohn, nachdem er zum Schlafen ins Bett gelegt worden war, unbemerkt wieder aufgestanden und zur Toilette gegangen. Foto:

In dem Fall war der dreieinhalb Jahre alte Sohn, nachdem er zum Schlafen ins Bett gelegt worden war, unbemerkt wieder aufgestanden und zur Toilette gegangen. Foto:

Foto: zgt

Ein dreijähriges Kind muss in einer geschlossenen Wohnung nicht dauerhaft unter Beobachtung stehen. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden. Die Eltern eines dreijährigen Kindes verletzten damit ihre Aufsichtspflicht nicht, wenn ihr Kind in der Nacht unbeobachtet aufsteht und im Badezimmer einen Wasserschaden verursacht. Entsprechend urteilten die Richter des Oberlandesgerichts Düsseldorf und wiesen damit Forderungen der Wohngebäudeversicherung an die Mutter beziehungsweise ihre Haftpflichtversicherung zurück (AZ: I-4 U 15/18). In einer geschlossenen Wohnung müsse ein Dreijähriger nicht unter ständiger Beobachtung stehen. Ausreichend sei es, wenn sich ein Elternteil in Hörweite aufhalte.

In dem Fall war der dreieinhalb Jahre alte Sohn, nachdem er zum Schlafen ins Bett gelegt worden war, unbemerkt wieder aufgestanden und zur Toilette gegangen. Dabei benutzte er den Schilderungen des Gerichts zufolge solche Mengen Toilettenpapier, dass der Abfluss verstopfte. Zusätzlich verhakte sich der sich leicht verklemmende Spülknopf, so dass ununterbrochen Wasser nachlief und schließlich durch die Decke in die darunterliegende Wohnung tropfte. Zur Schadensbehebung musste die Wohngebäudeversicherung 15.000 Euro aufwenden und verlangte Teile des Betrags von der Mutter beziehungsweise ihrer Haftpflichtversicherung zurück.

Lückenlose Überwachung in Wohnung ist nicht notwendig

Das Oberlandesgericht wies diese Forderungen zurück und bestätigte damit ein vorinstanzliches Urteil des Landgerichts Düsseldorf. Eine lückenlose Überwachung eines Kleinkindes sei insbesondere dann nicht in einer Wohnung erforderlich, wenn eine vernünftige Entwicklung des Kindes, insbesondere der Lernprozess im Umgang mit Gefahren, gehemmt werden würde. Mit dieser Einschätzung verwiesen die Richter auf ein entsprechendes Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2009. Auch die besondere Handhabung des sich leicht verhakenden Spülknopfes führe hier zu keiner anderen Bewertung, hieß es.