Glaspokale aus Gräfenroda für Rad-Spitzensportler

Arnstadt  Kristina Vogel und René Enders versteigern ihre Spezialmatratzen für guten Zweck. Erlös geht an das Kinderhospiz

Kristina Vogel und René Enders wurden von Herbert Reuß mit einem gläsernen Rennrad überrascht.Foto: Wolf-Dieter Bose

Kristina Vogel und René Enders wurden von Herbert Reuß mit einem gläsernen Rennrad überrascht.Foto: Wolf-Dieter Bose

Foto: zgt

Noch bis zum morgigen Freitagmittag können sechs Spezialmatratzen aus Arnstadt für einen guten Zweck ersteigert werden. Das deutsche Bahnrad-Nationalteam hatte sich bei der Olympiade im brasilianischen Rio darauf gebettet. Immerhin bescherten die Schlafunterlagen Miriam Welte bronzene und Kristina Vogel sogar goldene Medaillenträume.

"Wenn‘s gewünscht wird, werden wir sie auch handsignieren", hatte die Olympiasiegerin versprochen, als sie am Dienstagabend mit Sportkollegen René Enders im Arnstädter Möbelhaus Kieppe weilte. Dieses hatte die Matratzen gesponsert und ein Treffen mit Fans organisiert.

Die Versteigerung läuft über den Radiosender Landeswelle, der Erlös dieser Spendenaktion kommt dem Kinderhospiz Mitteldeutschland zugute. Sich von den Matratzen zu trennen, falle ihnen nicht schwer. Zu Hause hat sie schließlich selber welche. "Viel wichtiger ist, dass es für einen guten Zweck geschieht", sagt Kristina Vogel.

In Rio Deutsches Haus erstmals mit Bäckerei

Und René Enders, der in Rio bereits seine dritten Spiele erlebte, erinnert sich an die Matratzen im olympischen Dorf. "Wir schliefen in Stahlbetten, da waren schon Matratzen drin. Die nahmen wir raus und formten sie zu einer Sofa-Lounge. Auf unseren eigenen zu schlafen, war eine Pracht. Das hätte ich nie gedacht", schwärmt der Radrennfahrer. "Wie ein Unterschied zwischen Ferrari und Trabi", ergänzte Kristina Vogel.

Als Anerkennung für die zurückliegende Olympiasaison hatte Glasbläser Herbert Reuß aus Gräfenroda für beide Sportler einen Rennradfahrer als Pokal mitgebracht. Für Kristina sogar einen mit Sattel, wie Reuß in Anspielung auf ihr Missgeschick im Finale betonte. Und für die neue Wettkampfsaison jeweils ein gläsernes Glücksschwein – mit einem DDR- und einem West-Pfennig sowie einem Euro-Cent als Inhalt.

Als Überleitung zum nächsten Programmpunkt ging es dann noch ums Essen im olympischen Dorf. Eigene Köche für das jeweilige Land gab es nicht, sondern es wurde für alle das Gleiche zubereitet. Die Mensa in Rio war 400 Meter lang, 10 000 Leute passten da rein. "Für junge Sportler ist das immer wieder beeindruckend", sagte der "alte Hase" René Enders. "Allerdings sind bestimmte Themenbereiche eingerichtet – wie europäische Gerichte, afrikanische, chinesische oder auch vegane."

Eine Ausnahme hätte es jedoch gegeben: Erstmals stand im Deutschen Haus eine eigene Bäckerei. "Das war toll, wie zu Hause", meint René. "Man kann ja nicht immer nur dieses Weißbrot essen."

Sprach‘s und ging mit den anderen eine Etage höher zum Kochen. "Insgesamt drei Gänge sind vorbereitet", verrät der Chef des Möbelhauses, Klaus Kieppe: gegrilltes Gemüse, Risotto mit Lachs sowie eine winterliche Edition von Tiramisu.

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