Gossel: Suche nach verborgenen Hohlräumen wird fortgesetzt

Gossel (Ilm-Kreis). Sicherheitsdienst bewacht im Auftrag der Bohrfirma weiter das Gelände auf der Gosseler Hochebene. Über eventuelle Funde entscheidet Bergamt.

Auf der Anhöhe "489m" bei Gossel fanden Bohrungen bis zu einer Tiefe von 30 Metern statt. Der Sicherheitsdienst ist aber weiter vor Ort. Foto: Hans-Peter Stadermann

Auf der Anhöhe "489m" bei Gossel fanden Bohrungen bis zu einer Tiefe von 30 Metern statt. Der Sicherheitsdienst ist aber weiter vor Ort. Foto: Hans-Peter Stadermann

Foto: zgt

Die Aufregung um die Suchbohrungen auf dem Plateau bei Gossel am Jonastal dauern an. Obwohl die Tiefenbohrungen beendet sind, das Bohrgerät abtransportiert wurde, bleiben viele Fragen offen. Die Forschungen werden jedenfalls fortgesetzt.

Die in die mindestens sieben Bohrlöcher eingebrachten Plasteröhren sollen nämlich für die Feststellung von Anomalien in der Erde genutzt werden. Dazu muss sich allerdings erst das Erdreich nach den Bohrungen, die bis in eine Tiefe von 30 Metern reichen, beruhigen. Nachbrüche sollen die anstehenden Messungen nicht verfälschen, heißt es. Dazu werden Sonden in die Röhren eingeführt, die Schallwellen aussenden. Empfänger an der Erdoberfläche zeichnen die Ergebnisse mit Farbstrukturen auf. So könnten Hohlräume ausgemacht werden, was letztlich Ziel der Forschungen ist. Wann die Suche mit Sonden beginnt steht noch nicht fest.

Gesucht werden insbesondere künstlich geschaffene Hohlräume. Dort vermutet der Auftraggeber sterbliche Überreste von Häftlingen oder Zwangsarbeitern, die zum Stollenbau im Jonastal gezwungen wurden als auch Dokumente aus der Nazizeit. So heißt es jedenfalls im offiziellen Antrag. Ob nach mehr gesucht wird, bleibt offen.

Zum Auftraggeber selbst gibt es noch keine klaren Informationen. Es soll sich aber um eine international agierende jüdische Stiftung mit Sitz in Israel handeln, wie kolportiert wurde. Damit befasste Personen im Landratsamt wurden jedenfalls vom Auftraggeber um Stillschweigen gebeten. Vizelandrat Rainer Zobel: "Dort lässt ein Privatmann auf privatem Grund bohren, die Genehmigungen dafür liegen vor." Offenbar gab es darüber hinaus Absprachen mit zwei Grundstückseigentümern aus Gossel, denen das betreffende Gelände gehören soll, sonst wären die Suchbohrungen nicht möglich. Das Dorf liegt in Sichtweite des Hügelgeländes auf der Hochebene. Die kleine Hügelkette gehört zur Wasserschutzzone 3. Am Rand der Hochebene war 1944 ein Lancaster-Flugzeug, eine britische Maschine, abgestürzt. Der später geborgene Motor des Flugzeugs ist im Dokumentationszentrum Jonastal im Lokschuppen in Arnstadt zu sehen.

Die Suchbohrungen waren gestern auch Thema im Kreistag, wo gleich mehrere Anfragen dazu gestellt wurden. Beigeordneter Rainer Zobel klärte dazu auf, dass es gesichert sei, dass keinerlei Fremdstoffe in die Erde eingebracht werden. Zudem habe der Auftraggeber ordnungsgemäß beim Landratsamt bei der Unteren Wasserbehörde eine wasserrechtliche Erlaubnis für die Bohrungen eingeholt. Zwischen der Maximaltiefe der Bohrungen und dortigen wasserführenden Schichten liegen laut Zobel aber "hunderte Meter".

Falls etwas Historisches in der Erde gefunden wird, dann entscheidet darüber und über weiteres Vorgehen das Bergamt mit Sitz in Gera.

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