Größer als angenommen: 35 Mio Euro Forstschäden durch Orkan „Friederike“ in Thüringen

Erfurt  Nicht so schlimm wie „Kyrill“, aber deutlich schlimmer als zunächst befürchtet: Der Orkan „Friederike“ hat in Thüringens Wäldern einen Millionen-Schaden hinterlassen. Und das Aufräumen wird nochmals viel Geld kosten.

Revierleiter Alexander Albrecht betrachtet das Ausmaß des Sturmschadens im Privatwald an den "Fahner Höhen".

Revierleiter Alexander Albrecht betrachtet das Ausmaß des Sturmschadens im Privatwald an den "Fahner Höhen".

Foto: arifoto UG

Der Orkan „Friederike“ hat in Thüringens Wäldern deutlich größere Schäden verursacht als bislang angenommen. Insgesamt seien durch den Sturm Mitte Januar etwa 500 000 Festmeter Holz geschädigt worden, sagte Thüringens Forstministerin Birgit Keller (Linke) am Montag bei einem Waldbesuch bei Eschenbergen (Kreis Gotha). Das entspreche einem finanziellen Schaden von etwa 35 Millionen Euro. Nun gelte es, die gefallenen und umgeknickten Bäume so schnell wie möglich aus dem Wald zu holen.

Andernfalls könnten sich der Borkenkäfer und andere Waldschädlinge im Frühjahr einnisten und auch gesunde Bäume befallen. „Die daraus resultierenden Schäden könnten noch viel größer sein als die eigentlichen Sturmschäden“, sagte Keller. Unmittelbar nach dem Orkan war der staatliche Forstbetrieb noch davon ausgegangen, dass „Friederike“ in Thüringen nur wenig Bäume in Mitleidenschaft gezogen hat.

Die nun festgestellten Schäden liegen aber noch immer deutlich unter denen, die der Orkan „Kyrill“ im Januar 2007 in den Wäldern des Freistaats angerichtet hatte. Damals waren mehr als zwei Millionen Festmeter Holz zu Bruch gegangen - vor allem in Südthüringen. Nach Angaben Kellers sind von „Friederike“ dagegen vor allem Waldflächen im Westen, Norden und Osten des Landes geschädigt worden.

Weil in den nächsten Wochen kaum noch Frost zu erwarten sei, würden durch die anstehenden Aufräumarbeiten in den Wäldern auch die Forstwege stark strapaziert werden, sagte Keller. Sie bat Spaziergänger und Wanderer schon jetzt um Verständnis. Der Forst habe keine andere Wahl, als das beschädigte Holz nun schnell aus dem Wald zu holen, sagte Keller. Welche Kosten diese Arbeiten verursachen werden, sei noch nicht abzusehen. Sie gehe aber davon aus, dass auch dafür noch mal eine siebenstellige Summe anfallen werde, sagte Keller.

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