Grüne Soße ist kein Hexenwerk

Zauberin Helene geht auf eine kulinarische Entdeckungstour durch die Region und verrät nächste Woche im Internet auch einige Rezepte

Carolinde Müller-Wolf und Helene Anschütz sind abwechselnd die Verfasserinnen unserer Kolumne, die donnerstags erscheint.Foto: Katja Schmidberger

Carolinde Müller-Wolf und Helene Anschütz sind abwechselnd die Verfasserinnen unserer Kolumne, die donnerstags erscheint.Foto: Katja Schmidberger

Foto: zgt

Erst wird gefastet und dann geschlemmt. Frei nach dem Motto "Gönn Dir" geht’s mit großen Schritten auf die Völlezeit zu.

Zu Ostern stehen oft große Fleischgerichte und fette Soßen auf der Karte. Dazu Ostereier und Rührkuchen in Lamm- oder Hasenform. Weil der Frühling so viel mehr bietet als das Gras-Futter für die spätere Lammhaxe, will ich euch ein paar Tipps mitgeben, die kulinarische Seite des Frühling zu genießen.

Vor Jahren habe ich ein an einem synästhetischen Essen teilgenommen und war fasziniert ob der Vielseitigkeit eines solchen Events. Dabei ging es um das Erleben der eigenen Sinne. Die Farben, Geschmäcker, Gerüche und Musik waren aufeinander abgestimmt und nach einem Thema gestaltet. Beispielsweise wurde aus dem Grünen Heinrich von Gottfried Keller vorgelesen, dazu ertönte Das Lied im Grünen von Schubert, man aß von Tellern auf grünen Untersetzern, es gab Wildkräutersalat und anschließend Tafelspitz mit grüner Soße. Zum Nachtisch schlürfte man einen Waldmeister-Wackelpudding.

Ich begebe mich nun auch auf eine kleine synästhetische Reise durch Eisenach. Nehmen wir den Wochenmarkt mit seinem regionalen Angebot. Sehr beliebt bei mir die grüne Soße. Hierbei werden Kräuter wie Petersilie, Sauerampfer, Kresse, Schnittlauch, Pimpinelle, Borretsch und Kerbel klein gehackt, mit Schmand und Gewürzen gemischt und anschließend mit einem hartgekochten Ei zu Tafelspitz oder auch vegetarisch serviert.

Und tatsächlich ist eine grüne Soße – bis auf das Schnippeln und hacken der Kräuter – kein Hexenwerk. Auch wenn man den geheimnisvollen Frauen mit Zauberkräften eine Vorliebe für das Brauen von Kräutergemischen nachsagt, ist die Grüne Soße in Frankfurt in Hessen entstanden und nicht aus einem Hexenkessel.

Wer sich für das Sammeln von Kräutern interessiert, um genau verfolgen zu können, woher die Zutaten für beispielsweise seinen Wildkräutersalat stammen, hat hier in Eisenach eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Im Karthausgarten wächst zum Beispiel Bärlauch zum Selbstpflücken. In Stockhausen an der Nesse ist Kresse abzugrasen, und wer es lieber mit Anleitung hat, geht mit Antje Gössel am kommenden Samstag um 14.30 zum Wildkräuterspaziergang. Alle Informationen und Rezepte findet ihr in der nächsten Woche im Internet auf www.derzauberervonost.com