Harztor – ein touristischer Geheimtipp

Harztor  „Am wilden Harztor – im hohen Norden Thüringens“ haben Silvia und Tim Schäfer ihr Buch genannt. Es ist eine Hommage der Autoren an die Region, in der sie als Wanderer selbst oft unterwegs sind.

Vom Poppenbergturm aus kann man einen besonderen Panoramablick über den Harz genießen.

Vom Poppenbergturm aus kann man einen besonderen Panoramablick über den Harz genießen.

Foto: Kristin Müller

Sie wollen Tipps geben für einen Kurzurlaub, sehen sie doch in Harztor beste Möglichkeiten zum Wandern, Biken oder einfach nur zum Genießen der Landschaft. „Hier gibt es wilde Natur. Gipskarst. Baumriesen. Harz- und südliches Harzvorland, Burgruinen, Tagebaue, Stollen und die Lange Wand. Das sind großartige Kontraste und Reize“, so die Autoren.

Ihr reich bebildertes Buch ist auch für diejenigen gedacht, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, um die teils ordentlich ansteigenden Wege zu erwandern. Eine Heimaterinnerung für Senioren also. Lesend und die vielen Abbildungen betrachtend, geht es also hinauf zu den Bielsteinen, einem herrlichen Aussichtspunkt und einem uralten, heidnischen Glaubensort der Vorfahren. Spektakulär ist der Dreiländerblick. Fischbach- und Kleines Bodetal sind beliebte Wanderziele oder Durchgangswege mit Erlebnispotenzial.

Die beiden alten Harzburgen nahe des Braunsteinhauses werden anhand alter Grundrisse von 1890 beschrieben. Dem Bergwerk Lange Wand sind Zeilen gewidmet, zeigt dieses doch, wie schmal die Übergänge zum Zechstein sind. Nicht fehlen darf natürlich die Harzquerbahn, die in Harztor mit zehn Haltestellen im Nahverkehr und mit Dampflokomotiven bis zum Brocken ein breites Angebot unterhält. Der Bahnhof Eisfelder Talmühle selbst ist Übergang zur Selketalbahn.

Netzkater taucht im Buch auf mit dem Rabensteiner Stollen, dem Naturschutzgebiet Bran-desbachtal und dem Hufhaus. Sophienhof ist, so die Autoren, vielleicht der harztypischste Ort in Harztor, der noch dazu besondere lukullische Genüsse wie Ziegeneis oder Bier vom Braugasthof bietet.

Bei Niedersachswerfen finden sich Almen und Köpfe am Kohnstein, dann der Mühlberg mit Faciusgraben und dem Bezug zu Bonifatius, dem Apostel der Deutschen. Er predigte nachweislich um 720 auch im heutigen Harztor. Der Tanzteich am Fuße des Faciusgrabens ist sagenumwoben und traumhaft schön. Auch mündet das Harztor prägende Harzflüsschen Bere bei Niedersachswerfen idyllisch in die Zorge. Die Schäfers spiegeln die Idylle wider, verschweigen ebenso wenig die dunkle Seite: Niedersachswerfen ist auch in Amerika bekannt für Raketen wie die V1, die im Kohnstein von Zwangsarbeitern produziert wurden.

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