Helfende Hände für Erdbeeren gesucht

Gebesee.  Ohne rumänische Saisonarbeitskräfte ist die Erdbeerernte in Gebesee in Gefahr. Studenten, Rentner, Hausfrauen oder Hobbygärtner sind willkommen.

Bis die ersten Erdbeeren in Gebesee gepflückt werden können, dauert es noch ein paar Wochen. Ob dann genügend Erntehelfer zur Stelle sind, ist derzeit noch offen

Bis die ersten Erdbeeren in Gebesee gepflückt werden können, dauert es noch ein paar Wochen. Ob dann genügend Erntehelfer zur Stelle sind, ist derzeit noch offen

Foto: Peter Michaelis

„Wir suchen dringend helfende Hände!“ Der Appell von Carolin Leefers, der Geschäftsführerin des Erdbeerhofes Gebesee, könnte eindringlicher nicht sein, schließlich sind die Vorbereitungen für die neue Erdbeersaison in vollem Gange. „Gerade für die frühen Erdbeeren, die im Folientunnel schön warm gehalten werden, brauchen wir dringend Leute. Die Pflanzen müssen tagsüber aufgedeckt und nachts sowie bei Wind und Regen zugedeckt werden. Flies und Folie ist für die empfindlichen Pflanzen gerade ganz entscheidend“, erklärt sie und verweist auf die rumänischen Erntehelfer, auf die das Unternehmen seit vielen Jahren setzt.

In der Hochsaison werden bis zu 400 Erntehelfer benötigt

An die 15 Männer und Frauen sind bereits vor Ort und kümmern sich neben den Folien auch darum, neue Erdbeeren zu pflanzen. „Wir sind sehr dankbar, dass sie uns die Stange halten“, sagt die Geschäftsführerin, wohlwissend, dass der Bedarf an Erntehelfern mit den steigenden Temperaturen weiter zunehmen wird. In der Hochsaison sind jedes Jahr zwischen 350 bis 400 Erntehelfer in Gebesee im Einsatz.

Genau hier liegt das Problem. „Die Einreise unserer Erntehelfer scheitert momentan an den wahnsinnigen Hürden, die an den Grenzen zu bewältigen sind“, erklärt sie.

Dass die Erntehelfer in den Startlöchern sitzen und Corona sie nicht abhält, nach Deutschland kommen zu wollen, bekommt die Geschäftsführerin jeden Tag in ihrem E-Mail-Postfach zu spüren. „Ich erhalte so viele Anfragen. Die Rumänen haben keine Angst, sie wollen kommen“, sagt Carolin Leefers. Für sie sei nun die Politik gefragt. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit dem Thüringer Gartenbauverband und auch das Ministerium habe das Problem auf dem Schirm. Die Geschäftsführerin hofft, dass die Anreise der ausländischen Saisonarbeitskräfte durch Ausnahmegenehmigungen sichergestellt werden kann.

Da die Frage der Erntehelfer bislang ungelöst ist, hat das Unternehmen einen Aufruf über die sozialen Medien gestartet. „Unsere Erntehelfer können aufgrund der aktuellen Situation nicht zu uns auf den Hof kommen. In erster Konsequenz bedeutet das, dass wir eure Unterstützung brauchen, um unsere empfindlichen Erdbeerpflanzen auf eine gute Ernte vorzubereiten“, ist da zu lesen. Studenten, vitale Rentner, Hausfrauen und -männer oder Hobbygärtner können sich melden. Natürlich erfolge die Arbeit gegen Entlohnung, heißt es weiter.

Ohne Hilfe keine Erdbeeren

Die Szenerie ohne Hilfe möchte sich Carolin Leefers nicht ausmalen. „Ohne Erntehelfer könnten keine Erdbeeren geerntet werden. Einheimisches Obst würde es dann nicht geben. Dabei ist es gerade in Krisenzeiten wichtig, sich vital zu ernähren“, gibt sie zu bedenken. Angebaut hat das Unternehmen auch in diesem Jahr Erdbeeren auf einer 100 Hektar großen Fläche. Die Pflanzen hätten sich gut entwickelt. Bleiben schlimme Frühjahrsfröste aus, sei mit guten Erträgen zu rechnen. „Um so bitterer wäre es, wenn wir die Erdbeeren nicht pflücken könnten“, sagt sie. 2019 war laut Carolin Leefers ein gutes Erdbeerjahr. Von Mai bis Oktober sind täglich 25 Tonnen Erdbeeren gepflückt worden. Trockenheit und Hitze hatten den Ertrag jedoch geschmälert. Auch Sonnenbrand hatte den Erdbeeren geschadet. Die Arbeitsbedingungen für die Erntehelfer waren nicht einfach.

Kontakt zum Erdbeerhof ist per E-Mail unter job@erdbeerhof-gebesee.de möglich