Hündin in Bad Tabarz vergiftet: Todeskampf dauerte Stunden

Bad Tabarz  Juliane und René Maas aus Bad Tabarz warnen Hundehalter und Anwohner vor tödlichen Giftködern. Diese wurden auch vor der Kita gefunden.

René und Juliane Maas machen Anwohner in Bad Tabarz auf die Giftköder aufmerksam. Ihr eigener Hund starb vor wenigen Tagen an einer Vergiftung.

René und Juliane Maas machen Anwohner in Bad Tabarz auf die Giftköder aufmerksam. Ihr eigener Hund starb vor wenigen Tagen an einer Vergiftung.

Foto: Franziska Gräfenhan

Multiorganversagen, blutiges Erbrechen, starke Krämpfe – stundenlang dauerte der Todeskampf der jungen Labradoodle-Hündin, bis sie in den Händen von René und Juliane Maas an den Folgen eines Giftköders verendete – am Tage ihres vierten Geburtstages.

Für die Familie aus Bad Tabarz ein Schock, der sie dazu bewegt hat, andere Hundehalter und Anwohner vor den giftigen Lockmitteln zu warnen. Denn diese seien unter anderem auch vor der Kindertagesstätte (Kita) Villa Kunterbunt aufgetaucht.

„Wir haben Hinweise auf unserer ehemaligen Runde ausgehängt und im sozialen Netzwerk Facebook auf die Gefahr aufmerksam gemacht“, sagt Juliane Maas. Als die Hündin sich am 8. November mehrmals erbrach, hatte die Allgemeinmedizinerin sich zuerst beim Tierarzt in der Nachbargemeinde gemeldet. Dieser habe am Telefon auf ein Magen-Darm-Problem geschlossen. „Am Freitagmittag hatte sie dann plötzlich starke Vergiftungserscheinungen“, beschreibt Juliane Maas die Symptome, die wenig später zum Tode des Tieres führten.

Die Familie erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei und will jetzt öffentlich auf die Giftköder hinweisen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie Berichten anderer Hundehalter zufolge nicht die einzigen Betroffenen sind und im Laufe des Jahres auch an anderen Stellen der Gemeinde, etwa an der Gartenanlage Vogelsang oder in der Nähe der Kita Villa Kunterbunt, Giftköder gefunden worden sind.

Hundebesitzer sollen Anzeige erstatten

„Ich finde diesen Vorfall erschütternd, beschämend, kriminell“, sagte Bürgermeister David Ortmann (SPD). Nicht nur der Familie Maas, dem ganzen Ort sei durch diese Straftat Schaden zugefügt und das Sicherheitsgefühl angegriffen worden. In einer ländlichen Gemeinde gehörten Hunde einfach dazu, meint Ortmann weiter. Der Täter nehme mit den Ködern aber weitaus Schlimmeres in Kauf. Die Gemeinde hat das Gebiet um die Kita nach den gefährlichen Lockmitteln abgesucht, die ganze Gemarkung könne jedoch nicht überwacht werden.

„Wir appellieren an Betroffene, Anzeige zu erstatten“, sagte Roland Lapp vom Ordnungsamtes. Zudem sollten Hundehalter ihre Tiere anleinen und aufpassen, was diese beim Spaziergang auflesen. Bei ersten Vergiftungsanzeichen sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden.

Juliane und René Maas haben auch persönliche Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen. „Wir werden eine Überwachungskamera am Haus anbringen und das Grundstück mit einem Zaun teilen“, sagt Juliane Maas, die sich auf jeden Fall wieder einen Hund anschaffen will.