Illusionen zum Abschied

Zauberin Helene Marie Anschütz über ihre erste Inszenierung am Landestheater Eisenach, die Spekulationen um Schlagersängerin Alexandra und neue Gastspiele

Die beiden Zauberinnen: Marie-Helene Anschütz und Carolinde Müller-Wolf.

Die beiden Zauberinnen: Marie-Helene Anschütz und Carolinde Müller-Wolf.

Foto: filmwild/s.stolz

Als ich vor drei Jahren nach Eisenach kam, begann ich mich auf meine erste Inszenierung am Landestheater Eisenach vorzubereiten. Alexandra, die Schlagersängerin der 60er Jahre, war Thema des Stücks. Ihre Geschichte, der Mythos um ihren frühen Tod waren der Stoff, auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Songs wie „Mein Freund der Baum“, „Zigeunerjunge“ und „Sehnsucht“ gehören zu ihren Erfolgen. 1969 kam sie auf mysteriöse Weise bei einem Autounfall ums Leben.

Seit den Proben im November 2014 ließ mich die Geschichte nicht mehr los und das hat einen Grund. Die Ereignisse rund um Alexandra, ihre Melancholie, ihr tiefes Timbre und ihre Männergeschichten füllten nicht nur einen ganzen Theaterabend. Sie werfen Spekulationen auf, beschäftigen einen über das Theater heraus. Wir gastierten in Frankenthal, in Berlin und immer wieder in Meiningen. Jetzt sind wir damit bei den Wetzlarer Festspielen zu Gast. Mit der in Eisenach beliebten und bekannten Jannike Schubert als Alexandra und dem Pianisten Franz Fischer haben wir seit Januar 2015 insgesamt 25 Vorstellungen an verschiedenen Theatern gespielt und verschiedenes Publikum begeistert.

Nach drei, für mich sehr erfolgreichen Spielzeiten verabschiedete ich mich vom Landestheater und nehme dieses Stück dennoch mit in die Zukunft.

Neues erleben wir diesmal in Wetzlar, wo wir das erste Mal auf einer Freilichtbühne stehen werden. Hierbei gibt es Änderungen wie den Verzicht auf aufwendige Beleuchtung oder unsere Livekamera, die die verschiedenen Gefühlsebenen von Alexandra illustriert.

Wie oft hat man die Möglichkeit eine Inszenierung über Jahre zu betreuen? In meiner Laufbahn gab es das bisher nicht.

Normalerweise ist der Tag der Premiere für mich ein Tag des Abschieds, des Loslassens. Man übergibt die Arbeit in die Hände der Darsteller.

Jannike war schon zu Beginn die beste Besetzung, da die Stimme, ihr Typ wie die Faust aufs Auge passten, aber auch die drei Jahre haben ihr eine besondere Souveränität und Nähe zur Figur verschafft. Fischers Spiel, musikalisch und schauspielerisch, perfektionierte sich. Uns sind immer wieder neue Details in der Geschichte aufgefallen – ein Privileg für uns alle drei.

In Wetzlar treffen wir nach gut neun Monaten wieder aufeinander. In Eisenach gibt es am 3. Februar 2018 ein Gastspiel.